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E-Fuels: Wie alle Autos klimaneutral werden könnten

Quelle: DPA - Länge: 03:38s - Veröffentlicht: < > Embed
Video: E-Fuels: Wie alle Autos klimaneutral werden könnten

Karlsruhe, 02.07.19: In dieser Flasche befindet sich ein außergewöhnlicher Treibstoff.

Im Motor verhält er sich wie Benzin oder Diesel.

Er gibt aber deutlich weniger Schadstoffe ab als fossile Kraftstoffe.

Und das CO2, das bei der Verbrennung entsteht, das kam vorher aus der Luft.

O-Ton Tim Böltken, Geschäftsführer Ineratec «E-Fuels sind strombasierte Kraftstoffe, die lediglich aus erneuerbarem Strom, aus erneuerbarer Elektrizität, Wasser und dem Treibhausgas CO2 hergestellt werden.

» Tim Böltken baut mit seiner Firma Ineratec im badischen Karlsruhe Anlagen zur Herstellung solcher Treibstoffe.

Die sind so kompakt, dass sie in einen Schiffscontainer passen.

Der Ingenieur ist vom Potential der künstlichen Kraftstoffe überzeugt.

O-Ton Tim Böltken «E-Fuels haben auch schon heute einen gigantischen Nutzen.

Wir können diese Kraftstoffe herstellen und die CO2-Emission direkt veringern und das ohne, dass wir eine neue Infrastruktur aufbauen müssen, dass wir neue Autos brauchen.» Umweltschützer, wie Benjamin Stephan von Greenpeace, sind nur wenig von E-Fuels überzeugt.

Der Grund ist der niedrige Wirkungsgrad.

Statt Autos direkt mit Ökostrom anzutreiben, wird der erst eingesetzt, um den Treibstoff herzustellen.

O-Ton Benjamin Stephan, Greenpeace «Ganz einfaches Beispiel, wenn ich einen Diesel-PKW 100 Kilometer weit fahren möchte, dann brauche ich für die Produktion des notwendigen strombasierten Diesels sieben Mal so viel Strom, wie wenn ich ein vergleichbares Elektroauto die gleiche Strecke fahren lassen würde.

Das ist ineffizient und das ist teuer und deswegen keine sinnvolle Lösung.» Audi bot seinen Kunden zumindest zeitweise die Möglichkeit sich indirekt mit E-Fuels fortzubewegen.

Wer sich von März 2017 bis Mai 2018 einen CNG-Audi bestellte, also einen Audi mit Gasantrieb, der bekam das Versprechen, klimaneutral fahren zu können - drei Jahre lang.

Ulrich Müller fährt seit letztem Sommer so einen Audi.

Bei der Kaufentscheidung ging es ihm vor allem darum, von Benzin- und Dieselmotoren wegzukommen.

O-TON Ulrich Müller, fährt indirekt mit E-Fuels «Dann hab ich noch gesehen, dass Audi dieses Versprechen mit den E-Fuels hat.

Das heißt, sie speisen für mich die Menge, die ich die Menge, die ich an CNG nehme, speisen sie für mich über die Power-To-Gas-Anlage ein.

Und dann war die Sache gebongt.

Ich fahre relativ beruhigt und gelassen Auto.

Nicht unnötig viel, aber das Gewissen ist beruhigt.» Derzeit ist noch unklar, wie viel E-Fuels am Ende kosten würden.

Rund die Hälfte der Bürger meint: weniger als 1,50 Euro pro Liter.

Das ergab eine Umfrage.

Tatsächlich gehen die Prognosen auseinander, wie teuer sie wirklich werden könnten.

In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen geht die Bundesregierung von bis zu 4,50 Euro pro Liter aus.

Für den Chef des weltgrößten Autozulieferers Bosch bräuchte es gar keine komplette Umstellung.

Er plädiert für einen Mix.

O-TON Volkmar Denner, Geschäftsführer von Bosch «Ich seh den Einsatz von E-Fuels auch im Individualverkehr, insbesondere in der Beimischung.

Nicht als 100 Prozent-Einsatz.

In der Beimischung aber sehr wohl.

Allerdings nur unter der Voraussetzung dass man die E-Fuels kostengünstig produzieren kann, und dafür ist notwendig, dass man jetzt mit dem Bau von großtechnischen Anlagen, denn uns ist nicht geholfen mit einigen Pilotanlagen.

Die werden nie wettbewerbsfähig produzieren können.» In der deutschen Politik spielen E-Fuels bislang noch kaum eine Rolle - alles dreht sich um Elektromobilität.

Wann der große Durchbruch für die sauberen Kraftstoffe kommt, ist also ungewiss.

Auch wenn die Firmen, wie etwa Ineratec aus Karlsruhe, schon in den Startlöchern stehen.



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