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Commodities & Energy loading…

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18.03.2026 ()


mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG / Schlagwort(e): Sonstiges
Commodities & Energy loading…

18.03.2026 / 09:00 CET/CEST
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.
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*Commodities & Energy loading…*

*Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG*

Derzeit bestätigen sich in der aktuellen Dynamik leider viele Einschätzungen, die wir hier in der Vergangenheit bereits angesprochen hatten. Egal, ob sie den *POTUS *betreffen, die Problematik eines fragmentierten Europas oder die inflationstreibende Wirkung der Rohstoffentwicklung. Die *Eskalation im Nahen Osten* hat uns nicht überholt, sondern leider bestätigt.

Kanadas Premier *Mark Carney* erntete vor dem WEF in Davos Applaus, als er sagte, die alte regelbasierte Weltordnung sei tot. Wir erinnern uns noch, wie viele kritische Fragen wir bekamen, als wir die Psychologie des POTUS mit Batman verglichen haben. Ob man so etwas Despektierliches als Bank schreiben müsse. Nun ja. Genug des Eigenlobs. Es bringt uns nämlich auch nichts.

Im Zusammenhang mit den *Rohstoffpreisen* titelte die Ausgabe 2/2026 des „Substanz Investors“: „Kampf um Rohstoffe – entfesselte Geopolitik“. Im Editorial schreibt der Autor:

„Insbesondere die Neuordnung der Welt durch die Supermächte USA und China sowie deren Bestrebungen hinsichtlich der `Super-KI‘ lassen zunehmend Moral und alte Seilschaften zerbrechen. Aufgrund des unglaublichen Rohstoffhungers des neuen *Technologiezeitalters* treten nun auch die Staaten in den Kampf um günstige Energie und strategische Metalle ein. Es zählt nur noch Besitz und schnelle Verfügbarkeit. Europa hat diesen Kampf bereits verloren.“

Nun haben wir aktuell nicht nur Öl im Salat, sondern auch den Salat mit dem Öl. Die jeweils tagesaktuelle Entwicklung können wir hier nicht kommentieren, aber seriöse Quellen wie „The Pioneer“ gehen davon aus, dass uns das Thema Iran noch länger beschäftigen wird. Und glauben Sie bitte nicht, dass uns der Release irgendwelcher *Reserven wie die 400 Millionen Barrel* der IEA kurzfristig helfen wird. Das sind eher Beruhigungspillen.

Die US-Reserven liegen rund um den Golf von Mexiko, die europäischen sind verteilt zwischen Nordsee und Mittelmeer. Allein um dieses Öl zu transportieren, braucht es reichlich Tankerkapazität. Genau die fehlt aber, weil *Tanker in der Golfregion festhängen* – wegen der Sperrung des Seewegs und des Wegfalls von Versicherungsschutz. Und Öl in einer Kaverne ist eben noch kein Öl in einem Tanker.

Selbst wenn es diese Tanker gäbe, um Öl aus dem atlantischen Becken in das pazifische zu verschiffen – 84 % der Crude-Produktion, die durch die offene Straße von Hormuz transportiert wird, gehen nach Asien –, schätzt man, dass diese Transporte vier bis sechs Wochen benötigen würden. *Vor dem Krieg flossen bekanntlich* rund 20 Mio. bpd aus der Region in Richtung Abnehmer.

Nun haben laut Berichten allein Kuwait und die UAE Quellen mit einer Kapazität von ca. 6,5 Mio. bpd stilllegen müssen. Vermutlich können die Saudis nur unter hohem Aufwand via East-West-Pipeline rund 6 Mio. bpd in Richtung des Nadelöhrs Suezkanal verfrachten. Doch da nun 2 bis 3 Mio. bpd von der *Insel Kharg* nach dem US-Bombardement nicht mehr Richtung China gehen werden, bleibt am Ende dennoch ein geschätztes Defizit von bis zu 14 Mio. bpd. Und dieses Loch soll durch Freigaben der SPR gestopft werden, aus der bisher maximal 2 Mio. bpd effektiv kamen? Merkste selber, oder?

Die *iranische Führung* hat offiziell erklärt, dass die Straße von Hormuz für den internationalen Schiffsverkehr offenbleibt, schließt jedoch Schiffe mit Verbindungen zu den USA, Israel und deren Verbündeten explizit von der Passage aus. Obwohl die Straße formal nicht komplett gesperrt ist, *meidet die Mehrheit der großen Reedereien die Route* wegen des hohen Risikos von Raketen- oder Drohnenangriffen.

Bis die Amerikaner eine Ölknappheit gegebenenfalls aus *venezolanischen Feldern bedienen können*, dürften noch 18 bis 24 Monate ins Land ziehen. Aber man meint doch, hier einen roten Faden riechen zu können.

In Katar entsteht Helium als Nebenprodukt der Erdgasverarbeitung; das Land zeichnet für etwa ein Drittel der weltweiten Produktion verantwortlich. Helium ist für die Halbleiterproduktion wichtig. Kurzfristig sehen die großen Hersteller wegen guter Lagerbestände keine Probleme, aber die Preise haben bereits deutlich angezogen. Das kann mittelfristig auch Auswirkungen auf Aktien wie *Nvidia* haben, da die Produktionskosten steigen.

Auch bei *Getreide und Düngemitteln* kommt es nun zu Engpässen. Da Iran und die Golfstaaten fast ein Drittel des weltweit gehandelten Harnstoffs und energieaufwändigen Ammoniaks – Grundstoffe für Dünger – kontrollieren, droht bei einem langwierigen Konflikt ein massiver Ernteausfall. Wir wollen hier nicht über den Brotpreis beim morgendlichen Bäckerbesuch lamentieren. Aber 50 % der Weltbevölkerung ernähren sich von Lebensmitteln, die mithilfe von Düngemitteln erzeugt werden. Das hat ganz andere humanitäre Auswirkungen als 10 Cent Aufpreis beim Bäcker. *Doch jede Münze hat zwei Seiten*: Landwirte, die bisher unter zu niedrigen Agrarpreisen litten, könnten nun besser zurechtkommen.

Nun, was bedeutet der bereits erwähnte Wandel zu einer „*Neuen Weltordnung*“ langfristig? Die von uns sicher nicht oft zitierte NZZ erklärt die bisherige Weltordnung recht einleuchtend:

· freie und sichere Handelswege
· der US-Dollar als Transaktions- und Reservewährung

Nachdem die *MAGA-Bewegung* zu der Überzeugung gekommen ist, dass die USA in diesem Umfeld nicht gut weggekommen sind, wird diese bisherige Weltordnung angegriffen. Und diese Stimmung in den USA wird die Amtszeit des amtierenden Präsidenten überdauern. *Sicher wird es weiterhin globalen Handel geben*. Aber nicht so friktionsfrei, wie wir uns das vielleicht wünschen. Dominieren dürften künftig eher bilaterale Abkommen und regionale Freihandelszonen, sofern sie gegen das zunehmend rücksichtslose Vorgehen einiger Akteure Bestand haben. Die Folgen für Unternehmen sind zunehmende Komplexität im steten Wandel – mit der Konsequenz höherer Lagerhaltung, redundanter Produktion und diffiziler Lieferketten.

Über die Pläne der US-Regierung, die *Abwertung des Dollars* voranzutreiben, haben wir hier ebenfalls schon oft spekuliert. Gleichzeitig will man aber seine Dominanz aufrechterhalten. Es gibt Anzeichen, dass *China *versucht, den Renminbi als Handels- und Reservewährung stärker durchzudrücken. Das dürfte allerdings noch ein langer Weg sein. Die gigantischen chinesischen Goldkäufe sind hier gegebenenfalls ein Hinweis.

Insgesamt also ein Umfeld, in dem Chancen, aber eben auch enorme politische und wirtschaftliche Risiken liegen und das von allen Akteuren – seien es Anleger, Unternehmen oder Politiker – höchste Flexibilität erfordert.

Was macht nun die *Bundesregierung in dieser Situation*? Von den groß angekündigten Investitionsbazookas hört man nichts mehr. Aber es wurde erkannt: Es geht um Energie. Man täte der Regierung Unrecht, ihre Aktivitäten allein auf die von Katherina Reiche angekündigten Maßnahmen zur Einschränkung der Häufigkeit von Preisänderungen an Tankstellen zu reduzieren. Die immer wieder hochgejuxte Mär von der Reaktivierung der AKWs hält selbst der Bundeskanzler für illusorisch, und die Energiekonzerne glauben daran auch nicht.

Unter anderem positioniert *Merz* die Nordsee als „weltweit größtes Reservoir für saubere Energie“ und will den Ausbau von Offshore-Windparks sowie grenzüberschreitenden Stromtrassen vorantreiben.

*Genau hier wird es unerquicklich*. Die norddeutschen Bundesländer fordern die Einführung regionaler Strompreiszonen. Da im Norden durch Windkraft oft mehr Strom produziert wird, als abtransportiert werden kann, argumentiert man, dass die dortigen Verbraucher und Industrien von den niedrigeren Erzeugungskosten profitieren sollten. Der Süden lehnt dies strikt ab. Eine Aufteilung würde dort zu deutlich höheren Strompreisen führen, da weniger Windstrom produziert wird und Strom teuer importiert oder durch Gaskraftwerke vor Ort erzeugt werden müsste. Der Norden wirft dem Süden – insbesondere Bayern – vor, den Netzausbau jahrelang blockiert zu haben. Solange diese Leitungen fehlen, müssen Windräder im Norden bei Starkwind abgeregelt werden, während im Süden teure Ersatzkraftwerke einspringen müssen. Redispatch. Und genau das erhöht die Kosten für alle Verbraucher.

Ob der von der *Bundesregierung angepeilte Realitätscheck* für die Energiewende – also die Streichung von Zuschüssen und Entschädigungen für Erzeuger von Erneuerbaren bei überlasteten Netzen zugunsten von derzeit knappem Gas und knappem Wasserstoff – wirklich zielführend ist, überlassen wir jedem selbst. Frau *Ministerin Reiche* jedenfalls wurde wohl von dem Angriff auf den Iran überrascht. Nachdem die leeren Gaskavernen in Deutschland für sie zunächst kein Problem darstellten, musste sie sechs Tage später dann doch eine *Task Force* einrichten.

Mittlerweile haben *2.400 Unternehmen aus Deutschland die Energiepolitik* von Reiche *kritisiert*. Die Unterzeichner, zu denen viele Akteure aus dem Mittelstand sowie der Erneuerbare-Energien-Branche gehören, bezeichnen die Pläne des Ministeriums teilweise als „Farce“ und fordern eine sofortige Kurskorrektur, um den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zu gefährden.

Das alles zeigt: *Commodities & Energy* sind längst kein Randthema mehr für Spezialisten, sondern *Machtfaktoren*. Für Anleger, Unternehmen und Politik gilt deshalb dasselbe: Wer in diesem Umfeld auf alte Gewissheiten, billige Energie und störungsfreie Lieferketten setzt, spielt mit der Vergangenheit. Die neue Weltordnung wird nicht diskutiert, sie wird eingepreist. Und das kann sehr teuer werden.

*Zu mwb:*

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassener Wertpapierdienstleister mit Niederlassungen in Gräfelfing bei München, Hamburg, Hannover, Frankfurt und Berlin. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet. 1999 erfolgte der Börsengang. Heute ist die mwb-Aktie (ISIN DE000A3EYLC7, WKN A3EYLC) an der Börse München im Segment m:access notiert wie auch im Freiverkehr an den Börsen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Basic Board), Hamburg und Stuttgart. Unsere Dienstleistungen umfassen Emissionsberatung & Listings, Zahlstellenfunktion, Designated Sponsoring und institutionelle Kundenbetreuung. Im Wertpapierhandel betreut mwb gut 46.000 Orderbücher für deutsche und internationale Wertpapiere. Dabei handelt es sich sowohl um Aktien als auch um festverzinsliche Wertpapiere und offene Investmentfonds. Damit ist mwb einer der größten Skontroführer in Deutschland.

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Kleine Johannisstrasse 4  
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Tel: +49 40-360995-20     
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