Die Vaudoise Versicherungen weihen ihren sanierten Geschäftssitz «Le Cèdre» ein
28.04.2026 ()
Nach einer umfassenden Sanierung beginnt für das denkmalgeschützte Gebäude eine neue Etappe. Das Projekt knüpft bewusst an die ursprüngliche Idee Jean Tschumis an und stärkt die Verbindung zwischen architektonischem Erbe, Kunst und zeitgemässer Nutzung. So entsteht eine lebendige Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Der Geschäftssitz gilt als beispielhafter Ausdruck der modernen Architektur. Jean Tschumi entwickelt ein offenes, helles und funktionales Design, das Industriematerialien wie Beton, Glas und Aluminium vollständig integriert. Ausserdem wagt er sich auch an technische Innovationen wie Grossraumbüros, ein Personalrestaurant, eine Tiefgarage oder die aktive Deckenheizung, alles neue Konzepte für die Schweiz.
*Eine respektvolle und zeitgemässe Sanierung*
Trotz einer ersten Sanierung in den 1990er Jahren entsprach das Gebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen an Komfort, Technik und Energieeffizienz. Ziel war es daher, das architektonische Erbe zu bewahren und gleichzeitig an moderne Standards sowie neue Arbeitsformen anzupassen.
Bei der Sanierung des Cèdre sollte das ursprüngliche Potenzial des Gebäudes maximal genutzt werden, indem die von Jean Tschumi angedachten Konzepte, Materialien und Prinzipien so weit wie möglich weitergeführt wurden.
2024 wurde vor Beginn der Arbeiten eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt, um einen genauen Bezugsrahmen für die historische Substanz des Gebäudes, seine ursprünglichen Funktionen und seine identitätsstiftenden Elemente zu definieren. Diese Analyse ermöglichte es, die Aufwertung des kulturellen Erbes, den Komfort der Mitarbeitenden und die heutigen Ansprüche, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit, unter einen Hut zu bringen.
*«Un moment charnière»*
Auf dieser Basis wurde bereits 2020 ein Architekturwettbewerb auf Einladung mit sieben Architekturbüros durchgeführt. Die Jury, bestehend aus Jean Tschumis Sohn Bernard Tschumi, Vertretern des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung, des Denkmalschutzes und Architekten, entschied sich für das Projekt «Un moment charnière» des Lausanner Büros Itten+Brechbühl AG (IB). Dieses verfolgt einen pragmatischen Ansatz, der den Denkmalwert des Gebäudes berücksichtigt und im Einklang mit Worksmart@Vaudoise steht.
Auch die Begegnungszonen zwischen den zwei Flügeln – die «charnières» – wurden von IB umgestaltet, um den neuen Arbeitsweisen und dem Komfort der Mitarbeitenden gerecht zu werden.
Auf mehreren Etagen wurden die Innenwände auf der Südseite entfernt oder durch Glaswände ersetzt, um Transparenz, Tageslicht und Ausblicke zu verbessern.
*Farbkonzept*
Der Innenausbau wurde vom Büro CCHE realisiert, das für die Auswahl von Materialien, Farben und Mobiliar verantwortlich zeichnete.
Alle Elemente wurden sorgfältig aufeinander abgestimmt, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen.
Die Farbgestaltung orientiert sich an der von Jean Tschumi entwickelten ursprünglichen Farbpalette. Sie lassen erkennen, auf welchem Stockwerk man sich befindet und wo die Besprechungszimmer zu finden sind. Die Farben werden nach Raum und nicht nach Fläche eingesetzt, was den Innenräumen Struktur verleiht.
Das gesamte Projekt erfüllt die Kriterien des WELL-Gold-Labels (Zertifizierung ausstehend) und stellt das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter –Luftqualität, natürliches Licht, Wärmekomfort, Ergonomie und Akustik – in den Mittelpunkt.
*Möbel und Kunstwerke: das Erbe bewahren*
In derselben Logik sind auch die Möbel ein wichtiger Bestandteil der architektonischen Identität des Cèdre. Im Rahmen der Sanierung hat die Vaudoise mehrere vom Architekten für das Gebäude entworfene Stücke neu angefertigt. Mit Unterlagen aus dem Archiv des Unternehmens wurden gewisse Möbelstücke so nah wie möglich an den Originalen nachgebaut. Anpassungen wurden lediglich gemacht, um den zeitgemässen Komfort- und Nachhaltigkeitsstandards zu entsprechen. Diese Neuauflagen sind Gegenstand einer Ausstellung im Mudac: Jean Tschumi Designer.
*Die Werke von Claudia Comte und Yann Gross*
Neben der Restauration und Erhaltung der Originalwerke hat die Kunstkommission auch neue Kreationen aufgenommen, die mit einer zeitgenössischen Interpretation der Architektur in Einklang stehen.
Die Waadtländer Künstlerin Claudia Comte schuf eine Skulptur (Big Cedar Leaf, 2025) sowie ein Wandgemälde in situ in der Eingangshalle (Sunrise on the Lake, 2025). Die Skulptur wurde aus dem Stamm der Zeder geformt, die 2023 vor dem Geschäftssitz umgestürzt war. Ihr Eichensockel stammt aus einem Waadtländer Wald und trägt somit zu der starken Verbindung zwischen Materie, Raum und Heimat des Werkes bei.
Die Kunstkommission hat zudem den Fotografen Yann Gross beauftragt. In seiner Serie Fortune (2025) beschäftigt sich der Künstler mit der immer wichtiger werdenden Frage, wie ein Waldökosystem erhalten werden kann.
*Ein lebendiges Erbe*
Mit dieser Sanierung unterstreicht die Vaudoise ihre Fähigkeit, mit der Zeit zu gehen, ohne ihre Identität zu verlieren. Getreu der Vision von Jean Tschumi verkörpert das sanierte Gebäude eine lebendige Beziehung zwischen kulturellem Erbe, Architektur, Kunst und heutigen Anforderungen.
Das «Cèdre» ist von nationaler Bedeutung und stellt ein zentrales Zeugnis der Unternehmensarchitektur des 20. Jahrhunderts dar. Es ist der Arbeitsort von rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und soll auch künftig ein Ort bleiben, der Geschichte, Architektur und Arbeitskultur miteinander verbindet.
*Zitate*
«Es war für uns sehr wichtig, den Geist des Werks Jean Tschumis zu bewahren und es gleichzeitig an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Diese Sanierung ist ein perfektes Beispiel für unsere Fähigkeit, Kulturerbe und Modernität, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden.»
*Philippe Hebeisen
Präsident des Verwaltungsrats der Vaudoise Versicherungen*
«Diese Sanierung ist Ausdruck unseres nachhaltigen Engagements, das Bestehende wertzuschätzen, die Energieeffizienz zu steigern und einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Arbeitsplatz zu schaffen. Wir sanieren keine Mauern, wir gestalten die Zukunft unseres Unternehmens, indem wir Innovation als Transformationsmotor integrieren, um Zusammenarbeit neu zu gestalten und überdenken.»
*Jean-Daniel Laffely
Generaldirektor und CEO der Vaudoise Versicherungen*
«Ich glaube, wir können von einem grossen Erfolg sprechen. Was mich berührt, ist das Wiederaufleben ursprünglicher Ideen von Jean Tschumi. Man erkennt diese mathematisch anmutende Eleganz: nur das, was notwendig ist, nicht mehr und nicht weniger. Eine seltene Präzision, die dieser Sanierung eine bemerkenswerte Richtigkeit verleiht.»
*Bernard Tschumi
Architekt und Sohn von Jean Tschumi*
«Das Gebäude war 1956 in seiner Funktionsweise und Ästhetik seiner Zeit voraus. Die Herausforderung der Sanierung bestand darin, den Räumen und Anlagen einen Hauch von Modernität zu verleihen und dabei den Geist von Tschumis Projekt zu bewahren und die historischen Elemente wieder in den Vordergrund zu rücken. So konnten wir die Modernität dieses ikonischen Gebäudes aufzeigen.»
*Paul-Antoine Terrier
EPFL-Architekt / ECL-Ingenieur, Architekt des Büros Itten+Brechbühl AG*
«Eine Sanierung, die den zeitlosen Charakter eines Gebäudes beibehält und die Fähigkeit hat, sich anzupassen und den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden, ist ein Erfolg.»
*Chloé Eckert
Architektin-Denkmalpflegerin, Denkmalpflege, Kanton Waadt*
Bild: Leo Fabrizio
*Das vollständige Pressedossier und Fotos finden Sie hier.*