HERMLE 2025 in schwierigem Umfeld gut behauptet: Auftragseingang erhöht, Umsatz leicht im Plus und Ergebnis besser als erwartet
30.04.2026 ()
Maschinenfabrik Berthold HERMLE AG / Schlagwort(e): Jahresbericht
HERMLE 2025 in schwierigem Umfeld gut behauptet: Auftragseingang erhöht, Umsatz leicht im Plus und Ergebnis besser als erwartet
30.04.2026 / 07:29 CET/CEST
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*HERMLE 2025 in schwierigem Umfeld gut behauptet: Auftragseingang erhöht, Umsatz leicht im Plus und Ergebnis besser als erwartet*
*2026 bestenfalls 10 %-iger Umsatzanstieg und annähernd stabiles Ergebnis, aber auch Rückgänge möglich*
*Mittelfristig hoher Bedarf an Automationslösungen kommt HERMLE zugute *
Gosheim, 30. April 2026 – Die Maschinenfabrik Berthold HERMLE AG hat sich 2025 unter sehr turbulenten äußeren Bedingungen gut behauptet und insgesamt besser entwickelt als erwartet. Ursächlich dafür waren vor allem umfangreiche neue Bestellungen aus dem Ausland, teilweise von Start-up-Unternehmen, die im zweiten Halbjahr eingingen. So konnte der schwäbische Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialist die anhaltend schwache Inlandsnachfrage mehr als ausgleichen. In Summe erhöhte sich der HERMLE-*Auftragseingang* 2025 konzernweit um 5,9 % auf 483,8 Mio. Euro (Vj. 456,2 Mio. Euro). Die neuen Bestellungen aus dem Ausland stiegen um 19,1 % auf 347,4 Mio. Euro (Vj. 291,1 Mio. Euro), während sie im Inland um 17,4 % auf 136,4 Mio. Euro zurückgingen (Vj. 165,1 Mio. Euro). Der Auftragsbestand belief sich am Stichtag 31. Dezember 2025 auf 90,6 Mio. Euro (Vj. 98,7 Mio. Euro).
Da die neuen Projekte bis Ende 2025 abgearbeitet wurden, entwickelte sich der HERMLE-*Konzernumsatz* in der Berichtsperiode deutlich besser als zu Jahresbeginn erwartet und lag mit 491,9 Mio. Euro um 0,7 % über dem Vergleichswert 2024 von 487,9 Mio. Euro. Die Auslandserlöse nahmen um 13,9 % auf 351,4 Mio. Euro zu (Vj. 308,5 Mio. Euro), der Inlandsumsatz verringerte sich um 21,7 % auf 140,5 Mio. Euro (Vj. 179,4 Mio. Euro). Die Exportquote erhöhte sich auf 71,4 % (Vj. 63,2 %). Neben dem gestiegenen Auslandsgeschäft profitierte HERMLE auch von einem wachsenden Dienstleistungsumsatz, der sich durch den zunehmenden Anteil von bei Kunden installierten komplexen Automationslösungen vergrößerte.
Dank der schnellen Auslieferung der Großaufträge aus dem Ausland waren die Kapazitäten von HERMLE im zweiten Halbjahr zeitweise gut ausgelastet. Abgesehen von diesem Zwischenhoch musste in den übrigen Monaten erneut auf Bremstage und Kurzarbeit zurückgegriffen werden. Weitere Ergebnisbelastungen resultierten aus dem gestiegenen Preis- und Wettbewerbsdruck, hohen Personal- und Energiekosten, Währungsverschiebungen und bürokratischem Mehraufwand. Daher lag das *Betriebsergebnis* konzernweit mit 69,2 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 85,3 Mio. Euro, übertraf aber nicht nur die Prognose vom Jahresbeginn, sondern - wegen der besseren Auslastung und Wertschöpfung in den letzten Wochen des Jahres – auch die im November nach oben korrigierte Erwartung.
Das Vorsteuerergebnis des HERMLE-Konzerns belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 71,0 Mio. Euro (Vj. 89,0 Mio. Euro), woraus sich eine zwar verringerte, aber in Anbetracht der Umstände noch zufriedenstellende *Bruttoumsatzmarge* von 14,4 % errechnet (Vj. 18,2 %). Der *Konzernüberschuss* lag bei 51,4 Mio. Euro (Vj. 65,9 Mio. Euro).
Die Einzelgesellschaft HERMLE AG erzielte 2025 einen Jahresüberschuss von 52,8 Mio. Euro (Vj. 66,2 Mio. Euro) und erreichte damit einen Bilanzgewinn von 104,8 Mio. Euro (Vj. 107,1 Mio. Euro). Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, daraus eine *Dividende* von 9,50 Euro je Stamm- und 9,55 Euro je Vorzugsaktie auszuschütten (Vj. 11,00 Euro und 11,05 Euro). Gemessen am Jahresschlusskurs 2025 würde sich für die Vorzugsaktionäre eine Dividendenrendite von 5,8 % ergeben.
Die *Finanz- und Vermögenslage* des HERMLE-Konzerns blieb solide: Per Ende Dezember 2025 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 81,3 Mio. Euro (Vj. 107,4 Mio. Euro) und wies eine Eigenkapitalquote von 72,5 % aus (Vj. 74,1 %). Der operative Cashflow lag im Berichtsjahr bei 67,6 Mio. Euro (Vj. 80,7 Mio. Euro) und damit deutlich über den *Investitionen* in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 24,1 Mio. Euro (Vj. 51,3 Mio. Euro). Den Schwerpunkt der Investitionstätigkeit bildete die Errichtung eines neuen Anwendungszentrums am Firmensitz in Gosheim mit angeschlossener Kantine.
Der Neubau wird voraussichtlich 2027 eröffnet und beherbergt künftig auch die HERMLE-Hausausstellung. Bei der diesjährigen Veranstaltung, die vergangene Woche unter großem Besucherinteresse stattfand, zeigte das Unternehmen unter anderem innovative Lösungen aus den Bereichen Komplettbearbeitung, Automation und Digitalisierung, die zugleich die Schwerpunkte der *F&E-Aktivitäten *bilden. Zu den jüngsten Neuentwicklungen zählen weitere Bearbeitungszentren der Generation 2 (GEN2), das Handlingsystem HS flex hybrid, das Robotersystem RS 2 GEN2 oder der HERMLE Digital Twin. Im laufenden Jahr sind außerdem Neuvorstellungen im Bereich Komplettbearbeitung und intuitive Maschinenbedienung geplant.
Per Ende Dezember 2025 beschäftigte HERMLE konzernweit 1.639* Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter* gegenüber 1.603 Personen am Vorjahresstichtag. Der moderate Zuwachs resultierte vor allem aus der Übernahme von Auszubildenden und Studierenden mit erfolgreichem Abschluss sowie der Neubesetzung der frei gewordenen Ausbildungs- bzw. Dualen Studienplätze. Die Zahl der Nachwuchskräfte, die bei HERMLE einen zukunftsorientierten Beruf erlernen, stieg im Stichtagsvergleich von 126 auf 144 Personen. Darüber hinaus gab es punktuelle Neueinstellungen unter anderem für die Bereiche Automation, Entwicklung, IT und Auslandsservice.
Zu Beginn des Jahres *2026* hat sich die Nachfrage bei HERMLE weiter stabilisiert. Auch im Inland war eine gewisse Sockelbildung zu beobachten, wenngleich auf niedrigem Niveau. Die Rahmenbedingungen in Deutschland bleiben zwar wenig investitionsfördernd, HERMLE sieht hier aber Chancen durch Einzelprojekte sowie die geplanten öffentlichen Infrastruktur- und Verteidigungsmaßnahmen. Außerdem könnte sich die Gewinnung weiterer Neukunden in verschiedenen Auslandsmärkten sowie teilweise mit Start-up-Charakter positiv auswirken.
Vor diesem Hintergrund geht die *Prognose für das Gesamtjahr* 2026 derzeit davon aus, dass der Umsatz des HERMLE-Konzerns im besten Fall rund 10 % über und bei einem ungünstigen Verlauf im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahreswert liegt. Das Betriebsergebnis könnte im positiven Szenario annähernd das Vorjahresniveau erreichen, aber auch um bis zu 50 % geringer ausfallen. Wie im Vorjahr bleiben diesbezüglich weiterhin Unsicherheiten bestehen. Neben der nach wie vor relativ niedrigen Kapazitätsauslastung wird die Ertragslage unter anderem von steigenden Personalkosten, dem intensiven Wettbewerbs- und Preisdruck, Währungseffekten sowie bürokratischen Auflagen und daraus resultierender nicht wertschöpfender Mehrarbeit beeinträchtigt.
Die Folgen des Iran-Kriegs, durch den sich die extrem hohe Unsicherheit der künftigen geo- und handelspolitischen Entwicklung seit März weiter vergrößert hat, lassen sich für HERMLE derzeit nicht quantifizieren und sind in dieser Prognose daher nicht berücksichtigt. Anhaltende Einschränkungen in der Öl- und Gasversorgung könnten zu einer weiter steigenden Inflation, höheren Produktionskosten sowie geringeren verfügbaren Einkommen und damit zu einer weltweit schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung führen. Sollte es zu Versorgungsengpässen kommen, würde die Konjunktur in ölimportierenden Ländern sehr stark belastet. Dagegen könnte die Nachfrage in einzelnen Absatzbereichen wie Luft- und Raumfahrt, Verteidigung oder Ausrüstung der Öl- und Gasindustrie anziehen, wodurch die negativen Auswirkungen des Konflikts aber vermutlich nicht kompensiert würden.
Unabhängig von der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation rechnet HERMLE mittelfristig mit einem anhaltend hohen Bedarf an Automationslösungen und leistungsstarken Werkzeugmaschinen. Davon kann das Unternehmen dank seiner hohen technologischen und Dienstleistungskompetenz, der verstärkten Internationalisierung und dem guten Ruf als finanziell solide aufgestellter, verlässlicher Partner profitieren.
Der vollständige Jahresabschluss 2025 steht auf der HERMLE-Website www.hermle.de zum Download bereit.
Die Maschinenfabrik Berthold HERMLE AG ist einer der weltweit führenden Anbieter von hochwertigen Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren sowie von kompletten Automationslösungen aus einer Hand. HERMLE-Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in Hightech-Branchen wie dem Maschinenbau, der Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Elektronik- und Chipindustrie, optischen Industrie, Energietechnik, dem Werkzeug- und Formenbau und der Automobilindustrie sowie deren Zulieferindustrien zum Einsatz. HERMLE-Aktien werden im Regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt am Main gehandelt.
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