45 Übernahmerechtliche Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB
46 Gesamtaussage
48 Konzernjahresabschluss
50 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung
52 Konzern-Bilanz
54 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
56 Konzern-Kapitalflussrechnung
58 Konzernanhang
58 Konzernanhang
110 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
111 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
120 Impressum
An unsere Aktionäre
Brief des Verwaltungsratsvorsitzenden 07
Der Verwaltungsrat der elumeo SE 09
Kapitalmarktinformationen 12
*Brief des Verwaltungsratsvorsitzenden*
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 hatte die elumeo SE eine Reihe von Herausforderungen zu meistern:
· Da war zuallererst die deutsche Wirtschaft, die 2025 nach zwei Rezessionsjahren laut vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes lediglich um 0,2 % zulegen konnte.
· Die durchschnittlichen Rohmaterialkosten für Gold verteuerten sich mit +65,7 % (in USD) nach Angaben des Vergleichsportals Gold.de deutlich. Die Preise für Silber stiegen in 2025 sogar noch stärker: Laut Handelsblatt legte der Silberpreis um 141 Prozent zu, so stark wie kein anderer Rohstoffpreis.
· Zudem hielten der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die militärischen Auseinandersetzungen um den Gaza-Streifen die Welt in Atem, sorgten für anhaltende Unsicherheiten und dämpften nachhaltig die Nachfrage.
· Und auch die Verbraucherpreise drückten auf die Kauflaune der Konsumenten: Laut Statistischem Bundesamt blieb die durchschnittliche Teuerungsrate mit 2,2 % im Jahr 2025 auf exakt dem Inflationsniveau des Vorjahres.
· Angesichts dieser Entwicklungen hielten sich die privaten Konsumenten mit ihren Kaufentscheidungen spürbar zurück. So war der Konsumklimaindex, der seit Oktober 2023 von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gemeinsam mit dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) herausgegeben wird, im Jahr 2025 von einer anhaltend schwachen Stimmung und deutlicher Volatilität geprägt. Die Verbraucherstimmung verharrte im Jahresverlauf überwiegend im negativen Bereich und fand ihren Ausdruck in Überschriften wie „Fehlstart“ im Januar, „Sommerflaute“ und „Herbst-Tief.“
· Und schließlich musste die elumeo Gruppe auch noch gestiegene Einspeiseentgelte in bestimmten Kabelnetzen stemmen, eine Folge des weggefallenen so genannten Nebenkostenprivilegs bei Netzbetreibern.
In diesem mehr als schwierigen Marktumfeld hat sich unser Unternehmen dennoch achtbar behauptet:
· Der Umsatz gab um 9,9 % auf EUR 39,1 Mio. nach (2024: EUR 43,4 Mio.).
· Die Vertriebs- und Verwaltungskosten konnten wir um 10,8 % auf EUR 21,3 Mio. senken (2024: EUR 23,8 Mio.)
· Das Bereinigte EBITDA, die zentrale Kennzahl zur Steuerung unseres Unternehmens, stieg auf
TEUR -502 (2024: TEUR -813).
Maßgeblich für unsere kraftvolle Reaktion auf die zahlreichen Herausforderungen war eine tiefgreifende Restrukturierung, die wir im April 2025 eingeleitet haben – und zwar ergänzend zu zwei bereits im Jahr 2024 gestarteten Kostensenkungsprogrammen. Diese neuerliche Restrukturierung war alternativlos, weil wir insbesondere die gestiegenen TV-Verbreitungskosten pro Haushalt sowie die gestiegenen Preise für Gold und Silber nicht vollständig an unsere Kunden weiterreichen konnten.
Zu den Kernpunkten der ergriffenen Restrukturierungsmaßnahmen gehörten insbesondere die verstärkte Ausstrahlung von vollautomatisch erstellten Sendungen auf der Basis bereits produzierten Contents mittels KI-basierter Technologie sowie die Fokussierung des Produktangebots auf Schmuck im Preissegment über 50 Euro. Als Folge dieser Schritte konnten wir die Personalkapazitäten der Juwelo Deutschland GmbH kurzfristig anpassen und annähernd 50 Vollzeitstellen abbauen.
Trotz neuer geopolitischer Konflikte insbesondere in der Golfregion und des nach wie vor anhaltend herausfordernden Marktumfelds gehen wir für 2026 davon aus, dass sich die Konsumentenstimmung leicht aufhellen wird. So erwartet auch der Bundesverband E-Commerce & Versandhandel e.V. (bevh) für den Online-Umsatz mit Waren* *ein nominales Wachstum von 3,8 %. Von diesem sich abzeichnenden zarten Aufschwung, so sind wir fest überzeugt, wird auch die elumeo SE profitieren können – allerdings nur, wenn wir unsere gelebte Kostendisziplin mit Nachdruck fortschreiben. Im Zusammenspiel mit unserem bereits im Jahr 2023 beschlossenen Wachstumsprogramm #Juwelo100 wollen wir so die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des elumeo Konzerns nachhaltig sichern. Ziel von #juwelo100 ist es, unsere operative Performance zu steigern und im Kerngeschäft bis zum Jahr 2033 einen Umsatz von EUR 100 Mio. zu erreichen.
Als wichtiger Wachstumstreiber wird sich dabei insbesondere die mittels einer eigens entwickelten Multi-Language-Plattform in 2024 gestartete Internationalisierung 2.0 von Juwelo TV erweisen. Sie zeichnet für die Live-TV-Ausstrahlung in Deutschland produzierte Shows auf, übersetzt diese per Künstlicher Intelligenz in die jeweilige Landessprache und spielt sie automatisiert in den internationalen Märkten aus. Auf diese Weise entfallen die Kosten eines klassischen lokalen Sendebetriebs, so dass im Cash Flow bereits kurzfristig der Break-even erreicht werden kann.
Bereits heute hat sich infolge der verstärkten Implementierung von KI im Zuge der Restrukturierung die Effizienz bei elumeo deutlich verbessert. So erhöhte sich der Umsatz pro Mitarbeitenden (FTE) im Geschäftsjahr 2025 um 21,7% auf TEUR 275 (2024: TEUR 226/FTE; 2023: TEUR 230/FTE).
Apropos Mitarbeitende: Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen der elumeo Gruppe für ihr unermüdliches Engagement in diesen anspruchsvollen Zeiten. Und ich danke Ihnen, unseren Investorinnen und Investoren, dass Sie unserer Gesellschaft auch weiterhin Ihr Vertrauen schenken.
Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu gehen.
Berlin, im Juni 2026
Der Verwaltungsrat der elumeo SE
*Wolfgang Boyé, Vorsitzender des Verwaltungsrats*
Amtszeit vom 26. Juni 2020 bis zur Ordentlichen Hauptversammlung 2026
Wolfgang Boyé, geboren am 12. November 1969, ist Vorsitzender des Verwaltungsrats der elumeo SE. Der Diplom-Kaufmann ist Mitbegründer der Juwelo Deutschland GmbH (Berlin), einer der heutigen Tochtergesellschaften der elumeo SE. Die Gründung erfolgte nach einem Management-Buy-out aus der Scholz & Friends Group. In dieser Zeit war er Mitglied des Vorstands der Scholz & Friends AG (Berlin), zuvor Finanzvorstand der United Visions Entertainment AG (Berlin). Bei Scholz & Friends oblag Herrn Boyé der Bereich TV-Aktivitäten, bei United Visions verantwortete er neben dem Finanzressort den erfolgreichen Börsengang des Unternehmens im Jahr 2000. Von 1995 bis 2000 war Wolfgang Boyé Projektleiter bei The Boston Consulting Group in Moskau, Russland und Consultant in München. Zuvor absolvierte er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanz- und Rechnungswesen an der Universität St. Gallen.
*Boris Kirn,** **Chief Operating Officer*
Amtszeit vom 26. Juni 2020 bis zur Ordentlichen Hauptversammlung 2026
Boris Kirn, geboren am 13. Oktober 1969, ist geschäftsführender Direktor der elumeo SE, Mitglied des Verwaltungsrats und Mitbegründer der 2008 gegründeten Juwelo Deutschland GmbH (Berlin). Herr Kirn betreut den Aufbau der Prozesse und Systeme und ist verantwortlich für die operativen Bereiche des Unternehmens. Zuvor war Herr Kirn von 2005 bis 2008 als Co-Founder und Geschäftsführer bei der bietbox GmbH (später Gems TV Deutschland GmbH, beide in Berlin) tätig. Darüber hinaus war Herr Kirn seit dem Jahr 2000 Vorstand bzw. seit 2001 Geschäftsführer der Online- und TV-Plattform K1010 (bis 2001 K1010 AG, danach K1010 Entertainment GmbH, später K1010 Media GmbH, alle in Berlin). Von 1994 bis 2000 arbeitete Herr Kirn für Hewlett-Packard als Consultant für Geschäftsprozessoptimierung und als Projektmanager für Knowledge Management, zuletzt in Mountain View, Kalifornien/USA. Boris Kirn studierte von 1990 bis 1994 Europäische BWL an der ESB Reutlingen/London, beendete seine Studien mit einem Doppel-Diplom (BA (Hons) und Dipl.-Betriebswirt) und legte 1997 seinen MBA an der Cambridge University ab.
*Dr. Susanne Ries, stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats*
Amtszeit vom 23. Juni 2023 bis zur Ordentlichen Hauptversammlung 2027
Dr. Susanne Ries, geboren am 21. Januar 1975, ist seit über 20 Jahren als Rechtsanwältin im Bereich Unternehmensfinanzierung tätig. Den überwiegenden Teil ihrer Karriere arbeitete sie bei internationalen Großkanzleien in London und Frankfurt am Main. Von 2015 bis 2019 war sie im elumeo Konzern für alle Rechtsfragen zuständig. Seit 2019 arbeitet sie wieder bei einer internationalen Großkanzlei. Sie ist spezialisiert auf die rechtliche Begleitung von Kapitalmarkttransaktionen, seien es Equity-, Equity-Linked- oder Debt-Finanzierungen, und berät sowohl emittierende Unternehmen wie auch Investmentbanken. Vor ihrer anwaltlichen Tätigkeit absolvierte Dr. Susanne Ries ihr Jurastudium in Saarbrücken sowie Liège (Belgien) und promovierte an der Universität des Saarlandes. Ihren Master mit Schwerpunkt Internationales Wirtschaftsrecht erwarb sie an der London School of Economics/University of London.
*Christian Senitz, Mitglied des Verwaltungsrats*
Amtszeit vom 23. Juni 2023 bis zur Ordentlichen Hauptversammlung 2027
Christian Senitz, geboren am 27. Januar 1978, ist seit 2001 im Finanzbereich tätig, zunächst bei Arthur Andersen (später in EY aufgegangen) als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Berlin und in New York. In dieser Zeit prüfte er sowohl nationale als auch internationale Unternehmen und Unternehmensgruppen und beriet im Rahmen von Transaktionen Käufer ebenso wie Verkäufer. Seit 2010 ist Christian Senitz in verschiedenen Wachstumsunternehmen tätig, nach FREO (Real Estate) vor allem als SVP Finance International bei Rocket Internet, um deren Börsengang und zahlreiche M&A-Transaktionen zu verantworten und als Aufsichtsrat und Beirat die Beteiligungsunternehmen zu betreuen. Ab 2019 folgten Stationen als CFO von EyeEM (digitaler Marktplatz für Fotografie) und The Social Chain AG (Social Commerce), deren Listing im Prime Standard in Frankfurt am Main er verantwortete. Heute ist er als COO der Fundcraft HoldCo SARL in Luxemburg tätig. Christian Senitz studierte in Lüneburg und Teesside (UK) und ist Diplom-Wirtschaftsjurist (FH).
Kapitalmarktinformationen
*Stammdaten und Kennzahlen zur Aktie der elumeo SE (Stand: 31. Dezember 2025)*
*Stammdaten und Kennzahlen Wandelschuldverschreibung der elumeo SE*
Der Verwaltungsrat der elumeo SE hat am 14. Dezember 2023 die Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung 2023/28 mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz in Höhe von 3,8% in einem Gesamtvolumen von bis zu TEUR 1.200 beschlossen. Die Anleihe wird unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre an einzelne ausgewählte Lieferanten des Unternehmens, die jeweils mindestens TEUR 25 pro Anleger erwerben, ausgegeben. Sofern der Aktienkurs der elumeo SE im November 2028 über EUR 4,50 liegt, erfolgt die Umwandlung der Schuldverschreibung in elumeo Aktien; sollte der Kurs darunter liegen, erfolgt die Rückzahlung in bar. Die Notierung erfolgte am 29. Januar 2024.
Übernahmerechtliche Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB 45
Gesamtaussage 46
*Vorbemerkung*
Der Konzernabschluss der elumeo SE und ihrer Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2025 (im Weiteren auch "elumeo" oder der "elumeo Konzern") wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Alle Angaben im Konzernlagebericht basieren – soweit nicht anderweitig vermerkt – auf den für den Konzernabschluss angewandten Rechnungslegungsgrundsätzen.
Die Angaben in den Tabellen erfolgen, soweit nicht auf eine andere Einheit hingewiesen wird, in Tausend Euro (TEUR). Alle in diesem Konzernlagebericht in Tausend Euro genannten Beträge sind kaufmännisch gerundet. Dies betrifft auch die daraus abgeleiteten Angaben wie Prozente. Rundungsdifferenzen sind daher möglich.
1. Grundlagen des Konzerns
Konzernstruktur
Die elumeo SE mit Sitz in Berlin ist eine europäische Gesellschaft im monistischen System (Societas Europaea) mit einem Verwaltungsrat (Executive Board). Die Organe der Gesellschaft sind der Verwaltungsrat und die Hauptversammlung. Die elumeo SE hielt im Geschäftsjahr 2025, direkt oder mittelbar über zwischengeschaltete Tochtergesellschaften, 100% der Geschäftsanteile an den folgenden Gesellschaften:
Gesellschaft Sitz
* * * * * *
Juwelo Deutschland GmbH Berlin
jooli.com GmbH Berlin
jooli marketplace India Pvt. Ltd. Jaipur
Juwelo USA, Inc. Wilmington
Silverline Distribution Ltd. Hongkong
PWK Jewelry Company Ltd. Bangkok
Die elumeo SE übt als Mutterunternehmen des elumeo Konzerns Holdingfunktionen aus, sie steuert das konzernweite Liquiditätsmanagement und erbringt weitere Dienstleistungen an Konzerngesellschaften, insbesondere in der Verwaltung. Das operative Geschäft des elumeo Konzerns wird von der Tochtergesellschaft Juwelo Deutschland GmbH betrieben. Die Juwelo USA, Inc., die Silverline Distribution Ltd. als das Mutterunternehmen der PWK Jewelry Company Ltd. sowie die PWK Jewelry Company Ltd. befinden sich in Abwicklung.
Geschäftsmodell
Der elumeo Konzern mit Sitz in Berlin ist im elektronischen Vertrieb von hochwertigem, überwiegend in Indien und Thailand produziertem Edelsteinschmuck aktiv. Die Mission des Unternehmens ist es, hochwertigen Edelsteinschmuck zu einem bezahlbaren Luxus für jeden zu machen.
Der Verkauf erfolgt über den Direktvertrieb. Über eine Vielzahl von elektronischen Vertriebskanälen wie TV, Internet, Smart TV und Smartphone-App bietet das Unternehmen seinen Kunden Edelsteinschmuck zu günstigen Preisen an.
Die Warenbeschaffung erfolgt in enger Kooperation über lokale Partner in Bangkok und Jaipur. Dabei werden die Produkte aufgrund der Vorgaben des Einkaufsmanagements in Berlin von den jeweiligen Partnern hergestellt. Die Qualitätskontrolle erfolgt nach vorgegebenen Richtlinien insbesondere am Produktionsstandort sowie auch in Berlin.
Zum Jahresende 2025 waren die TV- und Streaming-Programme des elumeo Konzerns in über 74 Millionen Haushalten in Europa empfangbar. Zusätzlich vertreibt das Unternehmen seine Produkte online über Webshops, im Wesentlichen in Deutschland, Italien, Frankreich, in den Niederlanden, Spanien und Belgien sowie über Apps für Smartphones und Smart TV. Webstreams der Fernsehshows und ein Online-Bietagent (verbunden mit der Fernsehshow) sind in die Webshops und Apps integriert. Im Zuge der verstärkten Konzentration des elumeo Geschäftsmodells auf die Verbreitung weiterer internationaler Sendefenster von Juwelo TV mittels einer KI-basierten Multi-Language-Plattform sowie der Zusammenlegung der Entwicklungsressourcen von Juwelo und der Video-Shopping-App Jooli hat sich die elumeo SE dazu entschieden, zunächst die weitere Entwicklung von Jooli sowie den Betrieb im indischen Markt einzustellen. Seitdem ist Jooli nur noch in Deutschland verfügbar. Jooli ist eine Video-Shopping App in der Nutzer durch wischen („Swipen“) zwischen verschiedenen Produktvideos hin und her wechseln können. Die Videos werden zum Teil automatisch aus dem laufenden Programm Juwelo generiert und zum Teil von externen Produktpartnern zur Verfügung gestellt.
Ein wichtiger Baustein für zukünftiges Wachstum ist eine noch deutlich stärkere Vernetzung der verschiedenen Vertriebskanäle TV, Web und Mobile, um so den Kunden ein umfassendes und zeitgemäßes Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Darüber hinaus wurden alle Standortfunktionen in Berlin zusammengefasst.
*Steuerung und Kennzahlen*
Die Geschäftstätigkeit des elumeo Konzerns ist entsprechend den internen Berichtsstrukturen und Steuerungskriterien in einem einzigen Segment gebündelt.
In Hinblick auf die interne Steuerung und die externe Kommunikation der aktuellen und zukünftigen Ergebnisentwicklung ist die nachhaltige Ertragskraft des operativen Geschäfts des elumeo Konzerns von besonderer Bedeutung. Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren sind Umsatz, Rohertragsmarge und Bereinigtes EBITDA. Zur Berechnung des Bereinigten EBITDA wird das EBITDA vor Sondereinflüssen um nach Art und Höhe einmalige und/oder nicht-operative (Sonder-) Sachverhalte bereinigt.
Neben den wesentlichen finanziellen Indikatoren werden auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens genutzt. Diese werden als nicht bedeutsam eingestuft und nur im Rahmen von anlassbezogenen und spezifischen Ereignissen zur Steuerung verwendet. Weitere Indikatoren betreffen die Kunden. So betrachtet die Gesellschaft etwa die Neukundenentwicklung unter dem Aspekt des Vertriebskanals (TV oder Web). Für die zukünftige Entwicklung ist ein hoher Anteil an Online-Kunden von Bedeutung. Des Weiteren werden u.a. die Anzahl der aktiven Kunden, die Zusammensetzung des Webtraffics sowie die Anzahl der versendeten Schmuckstücke und der Premierenanteil als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren berücksichtigt.
*Leitung und Kontrolle*
Der Verwaltungsrat ist das Leitungsorgan der elumeo SE. Er leitet die Geschäfte der Gesellschaft, setzt die allgemeinen Prinzipien für ihre Aktivitäten fest und überwacht deren Umsetzung. Der Verwaltungsrat ernennt die geschäftsführenden Direktoren, diese tragen die operative Verantwortung der Gesellschaft und vertreten sie nach außen. Mitglieder des Verwaltungsrats waren zum 31. Dezember 2025 Herr Wolfgang Boyé, Herr Christian Senitz, Frau Dr. Susanne Ries und Herr Boris Kirn. Herr Wolfgang Boyé ist neben seiner Funktion als Vorsitzender des Verwaltungsrats auch Vorsitzender des Exekutivausschusses des Verwaltungsrats. Einzelvertretungsberechtigte geschäftsführende Direktoren waren zum 31. Dezember 2025 Herr Boris Kirn und Herr Florian Spatz. Bis Mitte 2025 war darüber hinaus Herr Dr. Riad Nourallah als CFO und geschäftsführender Direktor für das Unternehmens tätig. Er ist mit Ablauf des Geschäftsjahres 2025 aus dem Unternehmen ausgeschieden.
*Strategie und Ziele des Konzerns*
Der elumeo Konzern folgt der Mission, hochwertigen Schmuck zu einem bezahlbaren Luxus für jeden zu machen. Damit ist es elumeo nach eigener Einschätzung gelungen, eine der breitesten Produktpaletten mit Blick auf die Anzahl von Edelsteinvariationen und die Preisspanne aufzubauen.
Der elumeo Konzern arbeitet vertikal integriert nach dem Direct-to-Consumer-Prinzip (D2C). Das Unternehmen steuert die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung bis hin zum Verkauf an den Endkunden. Somit kann das Unternehmen erhebliche Kostenvorteile und eine maximale Wertschöpfung erreichen. Die selbst entwickelten Schmuckstücke werden durch ein Netzwerk von spezialisierten Vertragsherstellern produziert. Diese Auftragsherstellung wird gemeinsam mit strategischen Partnern in Thailand und Indien gesteuert. Die Qualität wird direkt vor Ort sowie in Berlin sichergestellt.
Verschiedene kollektionsbasierte Marken ermöglichen es den Kundinnen und Kunden, entsprechend ihren Bedürfnissen gezielt einzukaufen. Kooperationen mit Designern und Schmuckherstellern versetzen das Unternehmen darüber hinaus in die Lage, vielfältige Kollektionen und unterhaltsame Angebote im TV anzubieten. Sie erweitern das Angebot des elumeo Konzerns kontinuierlich.
Durch die Fokussierung auf elektronische Vertriebswege kann elumeo Skaleneffekte in einem fragmentierten Markt ausnutzen und damit erhebliche Kostenvorteile erreichen. Die elektronischen Vertriebskanäle TV und Web umfassen klassisches Fernsehen mit eigenen Kanälen und Live-Shows sowie Smart TV (Live), Internet, mobile Endgeräte und mobile Apps sowie Personal Shopping (Web). Die in eigenen TV-Studios produzierten Fernsehshows auf Deutsch und Italienisch sowie die vollautomatisierten KI-basierten Übersetzungen auf Italienisch, Französisch und Spanisch verschaffen dem elumeo Konzern gegenüber reinen Online-Händlern Vorteile bei Reichweite und Marktdurchdringung. Die Angebote und Inhalte sind regional und sprachlich angepasst.
Zur Fortsetzung des Wachstums strebt der elumeo Konzern einerseits eine vertikale Expansion durch Hinzufügen neuer Vertriebswege oder Verkaufsformate an, andererseits durch die Ausweitung des Geschäfts auf weitere Länder. Insbesondere der Zugang durch mobile Endgeräte soll verbessert werden.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde das Strategieprogramm #Juwelo100 aufgelegt. Es beinhaltet fünf große Handlungsfelder: Videoshopping, Augmented & Virtual Reality, Personalisierung, künstliche Intelligenz und Cross Border E-Commerce. Ziel ist es, den Umsatz im Kerngeschäft (ohne Akquisitionen) bis zum Jahr 2033 auf EUR 100 Mio. zu steigern. Mit Hilfe einer KI-basierten Multi-Language-Plattform plant das Unternehmen die effiziente Expansion in weitere internationale Märkte (Internationalisierung 2.0). Dafür zeichnet die Multi-Language-Plattform für die Live-TV-Ausstrahlung in Deutschland produzierte Shows auf, übersetzt diese per Künstlicher Intelligenz in die jeweilige Landessprache und spielt sie automatisiert in den internationalen Märkten aus. Auf diese Weise entfallen die Kosten eines klassischen lokalen Sendebetriebs, so dass im Cashflow bereits kurzfristig der Break-even erreicht werden kann.
* *
*Entwicklung*
Die Entwicklungstätigkeit betreffen die Plattform für die internationalen Sendefenster, welche mit der Video-Shopping-App Jooli zusammengelegt wurde, die eingesetzte Unternehmenssoftware einschließlich ihrer Webanwendungen sowie Nutzersoftware wie Mobile Apps. Im Zuge der im Geschäftsjahr 2025 eingeleiteten Restrukturierung wurde die weitere Entwicklung der Shopping-App Jooli zunächst ausgesetzt.
1. Wirtschaftsbericht
*Gesamtwirtschaftliches Umfeld in** **2025*
Auch im Jahr 2025 ist die erhoffte konjunkturelle Erholung in Deutschland ausgeblieben. Hohe Unsicherheiten mit Blick auf die wirtschaftliche Perspektive im In- und Ausland sowie auf zahlreiche geopolitische Krisen dämpften die Nachfrage spürbar. Zwar stieg das BIP innerhalb der EU laut Eurostat-Angaben von März 2026 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,4%^[1], das deutsche BIP-Wachstum wird laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis)[2] dagegen auf ein sehr geringes reales Plus von nur 0,2% vorhergesagt.
Diese vorläufigen Zahlen für Deutschland decken sich mit den Daten zum Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Dessen Wert stieg laut Statista im Dezember 2025 leicht auf 93,4 Punkte. Damit setzte sich zwar eine vorsichtige Aufwärtsbewegung fort, trotzdem erreichte das Barometer in keinem Monat des Jahres 2025 den neutralen Indexwert von 100, der in etwa einem durchschnittlichen Wachstum von einem Drittel Prozentpunkt entspricht. Seinen tiefsten Wert erzielte das DIW-Konjunkturbarometer im April 2025 mit 82,9.^[3]
Die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland lag laut Destatis im Jahr 2025 bei +2,2% gegenüber dem Vorjahr.^[4] Enttäuschend verlief die Entwicklung des privaten Konsums. Der GfK-Konsumklima-Index erreichte mit -20,0 Punkten im Juni 2025 seinen besten Wert und ging im Dezember 2025 mit -23,4 Punkten aus dem Jahr.[5]
Nach Angaben von Statista stieg der Preis für eine Unze Feingold (gehandelt in London in US-Dollar, Vormittagsfixing) im Laufe des Geschäftsjahres von USD 2.707,6 im Januar 2025 auf USD 4.299,9 im Dezember 2025.^[6] Im Jahresdurchschnitt lag der Goldpreis nach Angaben des Vergleichsportals Gold.de bei 3.439,37 USD. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg im Jahresdurchschnitt von 65,7%.[7] Als Hauptgründe für den Preisanstieg gelten insbesondere die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die damit einhergehende zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit bzw. die Inflation. Viele Investoren flüchteten in den "sicheren Anlagehafen Gold."^
Die Preise für Silber legten in 2025 ebenfalls stark zu, von EUR 27,90 Anfang des Jahres auf EUR 60,68 zum Ende des Geschäftsjahres (118 Prozent).^[8] Am 23. Januar 2026 überstieg der Preis für eine Feinunze Silber sogar erstmals die Marke von USD 100.^[9]
* *
*Branchenbezogene Rahmenbedingungen*
Der Umsatz mit Waren im E-Commerce ist nach Angaben des Bundesverbandes E-Commerce & Versandhandel (bevh) und des EHI Retail Institute im Jahr 2025 auf EUR 83,1 Mrd. gestiegen und lag damit um 3,2% über dem Wert des Vorjahres (EUR 80,6 Mrd.).^[10] Der Anteil des E-Commerce mit Waren am gesamten Einzelhandel im engeren Sinn konnte sich 2025 nach einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland (hde) bei voraussichtlich 13,6% stabilisieren (2024: 13,4%).[11]
Für 2026 erwartet der bevh in seiner Prognose eine Fortführung der Markterholung und ein (nominales) Umsatzwachstum im E-Commerce mit Waren von 3,8%.
Und auch der Teleshopping-Markt in Deutschland zeigte sich 2025 laut einer Prognose des Verbandes Privater Medien (VAUNET) robust und stabil. Die Umsätze werden auf Vorjahresniveau erwartet, das bei etwa EUR 2,1 Mrd. lag. Trotz starken Wettbewerbs durch Online-Handel und Social Commerce bleibe Teleshopping als Vertriebskanal relevant.^[12]
Zu den wichtigsten Direktvertriebskanälen des elumeo Konzerns zählen die linearen TV-Homeshopping-Programme (Vertriebskanal Live) und die statischen Online-Shops und Mobile App Shops (Vertriebskanal Web).
Als herausfordernd für die Anbieter von TV-Homeshopping erwies sich im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere der zum 1. Juli 2024 erfolgte Wegfall des Nebenkostenprivilegs. Als Nebenkostenprivileg wurde in Deutschland eine Regelung im Mietrecht bezeichnet, nach der Vermieter die Kosten für einen Kabel-TV-Anschluss pauschal über die Betriebskosten („Nebenkosten“) auf alle Mieter umlegen durften – unabhängig davon, ob einzelne Mieter den Anschluss tatsächlich nutzen wollten. In der Folge stiegen die von den TV-Sendern zu entrichtenden Gebühren pro erreichtem Haushalt deutlich, da viele hiervon betroffene Haushalte keinen Kabelanschluss mehr bestellt haben, die Fixkosten für die Verbreitung von Fernsehprogrammen in vielen Netzten jedoch gleich geblieben sind.
1. Ergebnisveröffentlichung 2025
*Geschäftsverlauf** **2025*
*Geschäftsentwicklung des Konzerns*
Das Geschäftsjahr 2025 des elumeo Konzerns umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 („2025“ oder „Berichtszeitraum“). Das Geschäftsjahr 2024 betrifft den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 („2024“, „VJ" oder „Vorjahr“).
In einem herausfordernden Marktumfeld mit großen Unsicherheiten durch Kriege in der Ukraine und in Nahost sowie einer protektionistischen, die Weltmärkte irritierenden Handelspolitik der US-Regierung, begleitet von steigenden Preisen und Kaufzurückhaltung der Verbraucher, gaben die Umsatzerlöse des elumeo Konzerns in 2025 um 9,9% auf EUR 39,1 Mio. nach (2024: EUR 43,4 Mio.).
Nach einem verhaltenen Start im ersten Quartal 2025 begegnete das Management den zahlreichen Herausforderungen mit einer tiefgreifenden Restrukturierung, die im April 2025 eingeleitet wurde – und zwar ergänzend zu zwei bereits im Jahr 2024 gestarteten Kostensenkungsprogrammen. Diese neuerliche Restrukturierung war alternativlos, weil die Gesellschaft insbesondere die gestiegenen TV-Verbreitungskosten pro Haushalt sowie den Preisanstieg für Gold und Silber nicht vollständig an die Kunden weiterreichen konnte.
Zu den Kernpunkten der ergriffenen Restrukturierungsmaßnahmen gehörten insbesondere die verstärkte Ausstrahlung von vollautomatisch erstellten Sendungen auf der Basis bereits produzierten Contents mittels KI-basierter Technologie sowie die Fokussierung des Produktangebots auf Schmuck im Preissegment über 50 Euro. Als Folge dieser Schritte konnte die Live-Sendezeit von 15 Stunden auf 10 Stunde reduziert, die Personalkapazitäten der Juwelo Deutschland GmbH kurzfristig angepasst und annähernd 50 Vollzeitstellen abgebaut werden. Nach erfolgreicher Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen führten die angestrebten Effekte dazu, dass elumeo in Bezug auf die Ertragssituation wieder zuversichtlich auf das Jahr 2026 blicken kann.
Auch auf Jahresbasis zeigte das strikte Kostenmanagement seine erhoffte Wirkung. Die Vertriebskosten fielen um 10,8% auf EUR 14,4 Mio. (2024: EUR 16,2 Mio.), die Verwaltungskosten konnten um 10,8% auf EUR 6,8 Mio. verringert werden (2024: EUR 7,7 Mio.). Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden im Konzern betrug 2025 rund 114 Vollzeitäquivalente (FTE, Vorjahr: 166). Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte die Juwelo Deutschland GmbH 116 Mitarbeitende (31. Dezember 2024: 192). Die erzielten Einsparungen schlugen sich zudem in einer beachtlichen Effizienzsteigerung nieder, der Umsatz pro FTE kletterte von TEUR 226 in 2024 auf TEUR 275 in 2025 (+21,7%).
Der Umsatzrückgang infolge der Kaufzurückhaltung der juwelo Kunden führte in 2025 zwar zu einem negativen Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit, allerdings fiel dieses dank der frühzeitig ergriffenen Maßnahmen auf der Kostenseite geringer aus als im Vorjahr (EBIT: EUR -2,5 Mio., 2024: EUR -3,3 Mio.). Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) entwickelte sich in 2025 mit TEUR -502 besser als im Vorjahr (2024: TEUR -813). Das Finanzergebnis verbesserte sich auf TEUR -185 (2024: TEUR -190).
Die Rohertragsmarge stieg auf 47,8% (Vorjahr: 47,1%). Treiber waren insbesondere die Weitergabe der gestiegenen Material- und Beschaffungskosten über höhere Verkaufspreise.
Aufgrund des deutlich reduzierten Angebots von Schmuck unter EUR 50 fiel die Zahl der aktiven Kunden um 24,4% auf 61.559 (2024: 81.550). Im Gegenzug stieg der Umsatz pro Kunde um 19,9% auf EUR 637 (2024: EUR 531). Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Schmuckstück erhöhte sich infolge der im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen beschlossenen neuen Produktstrategie auf das Produktsortiment unter EUR 50 zu verzichten um 23,0% auf EUR 92 (2024: EUR 74).
Als Wachstumstreiber bestätigte sich der Webshop mit einem Umsatzplus von 3,4% auf EUR 14,8 Mio. (2024: EUR 14,5 Mio.). Rückläufig war dagegen die Zahl der Neukunden (gesamt: 22.277, 2024: 32.674, -32%; TV: 5.184, 2024: 7.400, -30,0%; Web: 15.048, 2024: 25.248, -40,4%).
Der Umsatz aus Produktverkäufen im Live-Geschäft (TV) und im Webbusiness entwickelte sich wie folgt:
Nach einem erfolgreich umgesetzten Kostensenkungs- und Effizienzprogramm zur Bewältigung der herausfordernden Marktsituation sank der Umsatz des Konzerns gegenüber dem Vorjahr um 9,9% auf EUR 39,1 Mio. (2024: EUR 43,4 Mio.). Damit lagen die Erlöse über den Erwartungen der Gesellschaft, die sie mit Start der Restrukturierung am 1. April 2025 kommuniziert hatte (erwarteter Umsatzrückgang zwischen 10% und 15% gegenüber 2024).
Auslöser für die in Q2/2025 eingeleitete Restrukturierung war eine unter den Erwartungen gebliebene Umsatzentwicklung in Verbindung mit gestiegenen Einspeiseentgelten pro Haushalt in Kabelnetzen infolge des Wegfalls des so genannten Nebenkostenprivilegs bei Netzbetreibern. elumeo geht davon aus, dass die Einspeiseentgelte für die Verbreitung des Fernsehsignals von Juwelo in den Netzen der Vodafone Gruppe bereits vor dem Wegfall des Nebenkostenprivilegs rechtswidrig überhöht waren. Um eine Beilegung dieses Konfliktes im Rahmen eines Mediationsverfahrens zu ermöglichen, hatte Juwelo einen Gütestellenantrag gestellt, welcher von Vodafone jedoch abgelehnt wurde. Juwelo prüft daher eine gerichtliche Durchsetzung dieses Anspruchs und sieht sich durch drei unabhängige Gutachten in seiner Rechtsposition bestärkt. elumeo geht von einem Schadensersatzanspruch aufgrund überhöhter Einspeiseentgelte seit 2013 aus, der sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag beläuft.
Neben den erhöhten Einspeiseentgelten pro erreichtem Haushalt wirkte die Belastung der Konsumstimmung durch makroökonomische Unsicherheiten infolge der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie handelspolitische Spannungen negativ auf die Geschäftsentwicklung von elumeo. Die in diesem Kontext erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen wirkten ergänzend zu bereits im Jahr 2024 gestarteten Kostensenkungsprogrammen.
Die aktiven latenten Steuern reduzierten sich, im Wesentlichen wurden die in Vorjahren angesetzten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge infolge angepasster Realisierungsaussichten teilweise wertberichtigt.
In Hinblick auf die interne Steuerung und die externe Kommunikation der aktuellen und zukünftigen Ergebnisentwicklung ist die nachhaltige Ertragskraft des operativen Geschäfts des elumeo Konzerns von besonderer Bedeutung. Daher dient das um nicht-operative Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) als bereinigte Ergebnisgröße und als zentrale Finanzkennzahl zur Abbildung und Steuerung der operativen Ertragslage. Zur Berechnung des bereinigten EBITDA wird das EBITDA vor Sondereinflüssen um nach Art und Höhe einmalige und/oder nicht-operative (Sonder-)Sachverhalte bereinigt.
Das bereinigte EBITDA lässt sich wie folgt überleiten:
Im Rahmen der im April 2025 eingeleiteten Restrukturierung hat die elumeo SE das Vorgehen für die Bereinigung des EBITDA für das Geschäftsjahr 2025 neu festgelegt. Neben außerordentlichen, nicht das Geschäftsjahr betreffenden Aufwendungen wurden sowohl die unmittelbaren als auch die nachlaufenden Kosten der Restrukturierung adjustiert. Im Rahmen der Restrukturierung wurde zudem entschieden, die defizitäre Verbreitung per Satellit in SD-Qualität (Media Broadcast) zu beenden; während des Auslaufens des Vertrags wurde über diesen Verbreitungsweg nur noch eine Hinweistafel ausgestrahlt. Erwartungsgemäß ergaben sich bei der endgültigen Abschaltung keine Umsatzverluste. In Summe wurden für die Restrukturierung TEUR 1.058 adjustiert. Hierdurch wird das bereinigte EBITDA seit dem zweiten Quartal 2025 so dargestellt, als wäre die Restrukturierung zum 1. April 2025 bereits ohne nachlaufende Kosten aus Restlaufzeiten gekündigter Verträge abgeschlossen gewesen. Darüber hinaus wurden die Personalkosten des Aktienoptionsprogramms für Mitarbeitende des elumeo Konzerns in Höhe von TEUR 37 wie in den Vorjahren adjustiert. Der letzte Adjustierungsbetrag betrifft die bisher aufgelaufenen Kosten der Rechtsberatung für die Bewertung möglicher Ansprüche der Juwelo Deutschland GmbH gegenüber der Vodafone GmbH aufgrund von möglicherweise rechtswidrig überhöhten Einspeiseentgelten. Die bisher aufgelaufenen Kosten in Höhe von TEUR 232 wurden adjustiert, da sie nicht das operative Geschäft des Geschäftsjahres 2025 betreffen und die Darstellung der operativen Performance des Unternehmens nach der Restrukturierung verzerren würden.
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 reduzierte sich auf EUR 16,0 Mio. (2024: EUR 18,5 Mio.). Die immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Vermögenswerte aus Nutzungsrechten sanken aufgrund von Abschreibungen. Die Vermögenswerte aus Nutzungsrechten betreffen Mietverträge und Serverlizenzen. Die aktiven latenten Steuern reduzierten sich, es wurden in der Gesellschaft Juwelo Deutschland GmbH die im Vorjahr angesetzten aktiven latenten Steuern infolge angepasster Realisierungsaussichten teilweise wertberichtigt. Die Vorräte reduzierten sich bedingt durch die Optimierung des Working Capitals im Zuge des Rückgangs der Umsatzerlöse. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen Forderungen gegenüber einem Zahlungsdienstleister, über den der Kauf auf Rechnung und Lastschrift abgewickelt wird.
Das Eigenkapital des Konzerns sank aufgrund des negativen Ergebnisses auf EUR 1,3 Mio. (2024: EUR 4,1 Mio.). Die Eigenkapitalquote des Konzerns fiel in der Folge von 22,1% auf 8,1% und unterschritt damit den Zielwert von 50% deutlich. Ergänzend zu den in 2024 eingeleiteten Schritten zur Kostensenkung, die eine Reduktion der Marketing- und Personalkosten in der Verwaltung beinhalteten, wurden am 31. März 2025 weitere strukturelle Maßnahmen zur Kostensenkung beschlossen und zeitnah umgesetzt. Die elumeo SE geht daher davon aus, dass die angestrebte Eigenkapitalquote von über 50% mittelfristig aufgrund der erwarteten Rückkehr zur nachhaltigen Profitabilität des Unternehmens wieder erreicht werden wird.
Am 29. Januar 2024 erfolgte die Notierung der Wandelschuldverschreibung 2023/28 (WKN A3826G/ISIN DE000A3826G9) mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Gesamtvolumen von bis zu TEUR 1.200. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten betreffen die Zeichnung der Wandelschuldverschreibung in Höhe von TEUR 400 am 7. März 2024. Die Anleihe wird mit 3,8% p.a. verzinst und ist endfällig am 20.12.2028. Sofern der Aktienkurs der elumeo SE an mindestens 16 Handelstagen im November 2028 über dem Wandlungspreis von EUR 4,50 liegt, erfolgt eine automatische Wandlung der Schuldverschreibungen in elumeo Aktien; sollte der Kurs darunter liegen, erfolgt die Rückzahlung in bar. Zum 31. Dezember 2025 erfolgt der Ausweis der Wandelschuldverschreibung in Höhe ihres Buchwerts (Kassakomponente zzgl. abgespaltener derivativer Komponente) von TEUR 392 in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten.
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2025 (TEUR 1.542; 2024: TEUR 1.376) resultieren im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme von Krediten eines Lieferanten (TEUR 599), der Rahmenkreditlinie der UniCredit Bank AG (TEUR 576) sowie aus der Inanspruchnahme eines Darlehens eines Zahlungsdienstleisters (TEUR 284). Die Lieferantenkredite betreffen umgewandelte Lieferantenverbindlichkeiten. Die Darlehen wurden bis zum 15. Januar 2026 zu einem Zinssatz von 7,5 % verlängert. Eine weitere Verlängerung wurde nach Ende des Geschäftsjahres vereinbart. Diese wird im Nachtragsbericht im Konzernanhang erläutert. Es werden keine Sicherheiten durch die Darlehensnehmerin gestellt. Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber der UniCredit Bank AG betreffen die teilweise Inanspruchnahme einer zum 25. März 2023 gewährten Rahmenkreditlinie von TEUR 1.000. Der Sollzinssatz wird gemäß vertraglicher Vereinbarung an die Entwicklung des Monatsdurchschnittssatzes für EURIBOR-3M angepasst. Die Bereitstellungsprovision für die Rahmenkreditlinie beträgt 0,5% auf den jeweils zugesagten, aber nicht beanspruchten Kreditbetrag. Der Kredit des Zahlungsdienstleisters legt eine feste einmalige Gebühr in Höhe von TEUR 14 und eine Rückzahlung von 10% der eingehenden Verkaufserlöse über die Plattform fest. Mit der Inanspruchnahme der Kredite konnten die durch die operativen Verluste verursachten Belastungen der Liquidität teilweise finanziert und die liquiden Mittel stabil gehalten werden. Die liquiden Mittel liegen mit 1.644 TEUR auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 1.655 TEUR).
Rückstellungen wurden hauptsächlich für erwartete Retouren gebildet. Die Rückstellungen schmälern die Erlöse um den geschätzten retournierten Umsatz in voller Höhe.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich aufgrund erweiterter Nutzung von Zahlungszielen gegenüber Lieferanten und ausstehender Rechnungen. Die übrigen Verbindlichkeiten reduzierten sich deutlich aufgrund niedrigerer Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer.
*Finanzlage*
* *
*Konzernkapitalflussrechnung*
* *
*01.01. - * 01.01. -
*TEUR* *31.12.2025* 31.12.2024
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) -2.500 -3.280
aus fortzuführenden Geschäftsbereichen
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 155
aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
* *
*Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortzuführenden und aufgegebenen Geschäftsbereichen* *-2.345* *-3.280*
* *
+/- Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 128 256
+/- Abschreibungen auf Vermögenswerte aus Nutzungsrechten 473 485
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 439 4
- Gezahlte Ertragsteuern -16 -144
+/- Anteilsbasierte Vergütungen 37 62
+/- sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 78 1
+/- Abnahme/Zunahme der Vorräte 2.059 1.690
+/- Abnahme/Zunahme der sonstigen operativen Vermögenswerte -179 964
+/- Zunahme/Abnahme der sonstigen operativen Schulden -128 32
- Gezahlte Zinsen -140 -200
* **=** * *Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit* *405* *-128*
* *
- Auszahlungen für den Erwerb immaterieller Vermögenswerte -7
- Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen -28 -72
* **=** * *Cashflow aus der Investitionstätigkeit* *-28* *-79*
* *
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern 0 500
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 96 657
- Auszahlung für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -484 -571
* **=** * *Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit* *-388* *586*
* *
+/- Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -11 378
+/- Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds -64
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Berichtsperiode 1.655 1.341
* **=* *Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode* *1.644* *1.655*
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit war im Geschäftsjahr 2025 trotz des negativen Konzernergebnisses leicht positiv. Die erhöhte Liquidität infolge des Anstiegs der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Abnahme der Vorräte und der sonstigen operativen Vermögenswerte konnten die negativen Auswirkungen des deutlich negativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern auf den Finanzmittelfond weitestgehend kompensieren. Der elumeo Konzern investierte im Jahr 2025 im Wesentlichen in Ersatz für seine IT-Hardware. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Jahr 2025 resultiert vor allem aus der Inanspruchnahme von Krediten und aus der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen. Die Zahlungseingänge aus Krediten betreffen die Rahmenkreditlinie der UniCredit Bank AG sowie die Inanspruchnahme des Kredites eines Zahlungsdienstleisters.
Die Liquiditätssteuerung erfolgt durch die gezielte Anpassung des Working Capital Managements und der Inanspruchnahme von Krediten. Zum Geschäftsjahresende bestanden zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien der UniCredit Bank AG i.H.v. TEUR 424.
1. *Wirtschaftliche Lage der elumeo SE*
*Vorbemerkungen*
Die elumeo SE ist das Mutterunternehmen des elumeo Konzerns. Wegen der von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften unterliegt ihre Geschäftsentwicklung grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie der Konzern. Diese werden ausführlich im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. Ebenso entsprechen die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung der elumeo SE im Wesentlichen den im Prognosebericht beschriebenen Konzernerwartungen.
Die folgenden Ausführungen basieren auf dem Jahresabschluss der elumeo SE, der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes i.V.m. Art. 61 EU-VO 2157/2001 erstellt wurde. Jahresabschluss und Lagebericht werden im Bundesanzeiger bekannt gemacht und auf der Internetseite der elumeo SE veröffentlicht.
*Ertragslage*
Die elumeo SE prognostizierte für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von TEUR 100 und ein Jahresergebnis zwischen EUR 0,2 Mio. und 0,5 Mio. Tatsächlich beliefen sich die Umsatzerlöse auf TEUR 672. Die Abweichung resultiert insbesondere aus höher als geplanten Kosten der Umstrukturierung. Diese führten zusammen mit höher als geplanten Kostenumlagen für Managementleistungen zu höheren Weiterbelastungen an die Tochtergesellschaften. Das Jahresergebnis betrug TEUR +241 und lag damit im unteren Bereich des prognostizierten Korridors.
Die Umsatzerlöse betreffen konzerninterne weiterberechnete Leistungen zuzüglich Gewinnaufschlägen im Zusammenhang mit der Erbringung konzerninterner Personaldienstleistungen für Tochtergesellschaften in den Bereichen Konzernverwaltung und Rechnungswesen sowie Sachkostenumlagen an Tochtergesellschaften.
Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen die Verrechnung von sonstigen Sachbezügen.
Die Personalkosten reduzierten sich aufgrund der geringeren Anzahl an Mitarbeitern. Im Geschäftsjahr 2025 waren in der Gesellschaft durchschnittlich rund 4 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente (FTE)) beschäftigt (Vorjahr: rund 10 FTE). Im Personalaufwand sind ferner die Vergütungen der geschäftsführenden Direktoren enthalten (3 FTE, Vorjahr: 3 FTE).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten:
· Für das Geschäftsjahr geschuldete Vergütungen für die nicht geschäftsführenden Mitglieder des Verwaltungsrats i.H.v. TEUR 162,
· die zurückgestellten Kosten für die Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses i.H.v. TEUR 134,
· Kosten für Freelancer i.H.v. TEUR 149,
· IT-Kosten i.H.v. TEUR 96,
· Telefonkosten i.H.v. TEUR 53,
· Recruitingkosten i.H.v. TEUR 29,
· Reisekosten i.H.v. TEUR 24
· Intercompany-Verrechnungen i.H.v. TEUR 162 sowie
· Rechts- und Beratungskosten i.H.v. TEUR 360.
Das Finanzergebnis setzt sich aus den Beteiligungserträgen, Abschreibungen auf Finanzanlagen und den sonstigen Zinsen zusammen. Im Geschäftsjahr 2025 betrugen die Abschreibungen auf Finanzanlagen TEUR 0 (2024: TEUR 23.000). Die geschäftsführenden Direktoren gehen von einer dauerhaften Wertminderung der Juwelo Deutschland GmbH aufgrund geringerer zukünftiger Ertragserwartungen aus. Aus diesem Grund hatte die elumeo SE im Geschäftsjahr 2024 die Beteiligung an der Juwelo Deutschland GmbH auf einen beizulegenden Wert von TEUR 10.000 abgeschrieben.
Die im Finanzergebnis enthaltenen sonstigen Zinsen betreffen mit TEUR 1.341 (2024: TEUR 1.278) ausschließlich die Erträge aus verzinslichen Ausleihungen an eine Tochtergesellschaft.
Die elumeo SE weist im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von TEUR 241 aus (2024: TEUR -23.315).
*Vermögens- und Finanzlage*
*TEUR* *31.12.2025* *31.12.2024*
*A K T I V A*
Anlagevermögen 29.523 29.537
Umlaufvermögen 7.219 7.005
Rechnungsabgrenzungsposten 25 61
*Summe Aktiva* *36.768* *36.603*
*P A S S I V A*
Eigenkapital 35.137 34.897
Rückstellungen 166 291
Verbindlichkeiten 1.464 1.415
*Summe Passiva* *36.768* *36.603*
Die Finanzanlagen im Anlagevermögen betreffen die Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Die Anteile an verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen die Juwelo Deutschland GmbH. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 19.489 (2024: TEUR 19.489) beinhalten verzinsliche Finanzforderungen gegen die Tochtergesellschaft Juwelo Deutschland GmbH aus der Ausleihung von Finanzmitteln. Die ausgereichten Finanzmittel stammen zum einen aus den im Zuge des Börsengangs im Geschäftsjahr 2015 vereinnahmten Erlösen. Die ausgewiesenen Ausleihungen haben zum Bilanzstichtag Restlaufzeiten bis zum 31. Dezember 2028. Die Laufzeit des Darlehens verlängert sich automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, falls der Darlehensvertrag nicht von einer der beiden Vertragsparteien schriftlich unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten ordentlich zum 31.12. eines Jahres gekündigt wird. Der Gesamtkreditrahmen, den die elumeo SE der Juwelo Deutschland GmbH einräumt, beträgt zum 31. Dezember 2025 TEUR 25.000 zu einem Zinssatz i.H.v. aktuell 5,25 v.H.pro Jahr (2024: 5,75 v.H. pro Jahr). Die Anpassung des Zinssatzes erfolgte am 14. Mai 2025 mit Wirkung zum 1. Juli 2025.
Im Umlaufvermögen sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen aus der Verzinsung des Darlehens sowie aus dem laufenden Verrechnungsverkehr berücksichtigt. Das Eigenkapital stieg aufgrund des Jahresüberschusses.
Die Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen die Inanspruchnahme der Rahmenkreditlinie der UniCredit Bank AG, die Zeichnung der Wandelschuldverschreibung in Höhe von TEUR 400 und Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer aus einer umsatzsteuerlichen Organschaft.
Insgesamt ist die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der elumeo SE wesentlich von der Entwicklung der operativ tätigen Tochtergesellschaften des elumeo Konzerns abhängig.
1. Risiko- und Chancenbericht
*Risikomanagementsystem*
Die elumeo SE ist regelmäßig vielfältigen Risiken und Chancen ausgesetzt. Diese können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Risikomanagementsystem gilt für alle Bereiche des elumeo Konzerns. Als spezifisches Instrument der Geschäftsführung und des Verwaltungsrats wurde ein Risikomanagementsystem auf der Grundlage des Enterprise Risk Management Standard des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) sowie des Prüfungsstandards 981 des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) umgesetzt. Als Risiken werden strategische und operative Ereignisse und Maßnahmen betrachtet, die wesentlichen Einfluss auf die Existenz und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens haben. Die wesentlichen Chancen und Risiken werden nachfolgend aufgeführt.
Zielsetzungen sind eine konzernweite Vereinheitlichung der Risiko- und Chancenbewertung, das aktive Leben einer Risiko- und Chancenkultur und ein gemeinsames Verständnis von Risiken und Chancen innerhalb des Unternehmens. Der bei der elumeo SE angewendete Ansatz des Risiko- und Chancenmanagements ist darauf ausgelegt, durch ein standardisiertes Verfahren zur Identifizierung, Bewertung, Überwachung, Dokumentation und Berichterstattung von strategischen, operativen und finanziellen Risiken und Chancen sowie von Compliance-Risiken die Entscheidungsfindung durch konsistente, vergleichbare und transparente Informationen zu unterstützen. Chancen sollen zur Steigerung der Ertrags- und Verbesserung der Vermögenslage genutzt werden. Risiken sollen nur in dem Maße eingegangen werden, dass diese absehbar keine besonderen negativen Einflüsse auf die Unternehmensentwicklung haben.
*Internes Kontrollsystem*
Mit Bezug auf § 315 Abs. 4 HGB folgt eine Erläuterung der Struktur des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem hat eine angemessene Struktur sowie Prozesse, die entsprechend definiert sind. Ziel des Systems ist die Identifikation, Bewertung und Steuerung all jener Risiken, die sich wesentlich auf den ordnungsgemäßen Inhalt und die angemessene Darstellung des Einzel- und Konzernabschlusses auswirken könnten. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasst als integraler Bestandteil des Rechnungslegungs- und Berichterstattungsprozesses präventive, überwachende und aufdeckende Kontrollmaßnahmen und stellt somit einen ordnungsgemäßen Prozess der Abschlusserstellung sicher. Das interne Kontrollsystem wird in den verschiedenen Prozessen des Unternehmens umgesetzt, die einen wesentlichen Einfluss auf die finanzielle Berichterstattung haben.
Diese Prozesse, die für die Finanzberichterstattung relevanten Risiken sowie die Kontrollen werden analysiert und dokumentiert. In einer prozessübergreifenden Risikokontrollmatrix sind relevante Kontrollen inklusive Beschreibung und Art der Kontrolle, Häufigkeit der Kontrollausführung sowie der ausführende Verantwortungsbereich definiert. Die implementierten Kontrollmechanismen wirken prozessübergreifend und häufig ineinander. Diese Mechanismen umfassen u. a. die Festlegung von Grundsätzen und Verfahrensweisen, die Definition von Prozessabläufen und Kontrollen, die Einführung von Freigabe- und Prüfkonzepten sowie die Formulierung von Richtlinien.
Es ist so aufgestellt, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Vorgänge und Transaktionen gewährleistet ist. Zur Konsolidierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen stellt das interne Kontrollsystem sicher, dass gesetzliche Normen, Rechnungslegungsvorschriften und interne Anweisungen zur Rechnungslegung eingehalten werden. Änderungen darin werden bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss fortlaufend analysiert und entsprechend berücksichtigt. Dabei unterstützt der Finanzbereich des elumeo Konzerns aktiv alle Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften. Das gilt sowohl bei der Erarbeitung von einheitlichen Richtlinien und Arbeitsanweisungen für rechnungslegungsrelevante Prozesse als auch bei der Überwachung operativer und strategischer Ziele. Neben definierten Kontrollen sind systemtechnische und manuelle Abstimmungsprozesse, die Trennung zwischen ausführenden und kontrollierenden Funktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen wesentliche Bestandteile des internen Kontrollsystems.
Zur Sicherstellung eines regelungskonformen Konzernabschlusses sind im Rechnungslegungsprozess entsprechende Maßnahmen implementiert. Insbesondere dienen die Maßnahmen der Identifikation und Bewertung von Risiken sowie der Begrenzung und Überprüfung erkannter Risiken.
*Grundsätzliche Methodik*
Bei der Bewertung einzelner Risiken wurden sowohl das Brutto- als auch das Nettorisiko berücksichtigt. Das Bruttorisiko stellt das inhärente Risiko vor Berücksichtigung risikomindernder Maßnahmen dar. Das Nettorisiko ist das nach Betrachtung aller risikomindernder Maßnahmen verbleibende Restrisiko. Die in diesem Bericht dargestellten Risiken spiegeln ausschließlich das Nettorisiko wider. Risiken werden auf Basis der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen finanziellen Schadenrisikos innerhalb eines Jahres bewertet. Das arithmetische Mittel