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Hitze setzt die Resilienz der Schweiz unter neuen Druck, warnt Swiss Re Institute

EQS Group
25.06.2026 ()


· *Die Schweiz hat durch Prävention, Planung, Baustandards und umfassenden Versicherungsschutz eine starke Resilienz gegenüber Überschwemmungen, Stürmen und anderen Naturgefahren aufgebaut*
· *Hitze kann in der Schweiz als Risikomultiplikator wirken, indem sie Hochwasser- und andere Naturgefahren verstärkt und gleichzeitig Gesundheit, Arbeit, Landwirtschaft, Wasserressourcen, Energieversorgung und kritische Infrastrukturen beeinträchtigt*
· *Swiss Re lanciert die Initiative «Resiliente Schweiz» zur Stärkung von Risikowissen, Prävention und Risikoteilung; der erste Schweizer Resilienz-Tag widmet sich der Anpassung an extreme Hitze auf lokaler Ebene*

*Zürich, 25. Juni 2026 – Die Schweiz hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Überschwemmungen, Stürmen und anderen Naturgefahren entwickelt. Analysen des Swiss Re Institute zeigen jedoch, dass extreme Hitze diese Resilienz zunehmend auf die Probe stellt. Gemäss der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz erwärmt sich das Land mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt.*^*[1]** Extreme Hitze kann dabei als Risikoverstärker wirken und so Gesundheit, Landwirtschaft, Wasserressourcen, Energieversorgung und Infrastruktur beeinträchtigen. Gleichzeitig erhöht sie das Potenzial für Naturgefahren wie Überschwemmungen. Im Rahmen der neuen Initiative «Resiliente Schweiz», die ein gemeinsames Verständnis von Risiken fördern und damit die Widerstandsfähigkeit des Landes stärken soll, bringt der erste Schweizer Resilienz-Tag von Swiss Re am 26. Juni 2026 zentrale Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammen. Ziel ist es, praktische Lösungsansätze und lokale Anpassungsmassnahmen im Umgang mit extremer Hitze zu diskutieren.*

Gianfranco Lot, Country President Switzerland von Swiss Re: "Die Schweiz ist auf Überschwemmungen und Stürme gut vorbereitet. Hitze ist jedoch eine andere Art von Risiko: weniger sichtbar, schwieriger versicherbar und zugleich in der Lage, Risiken zu verstärken, die das Land bisher gut beherrscht. Resilienz gegenüber Hitze bedeutet Schatten im öffentlichen Raum, kühle Räume in Pflegeeinrichtungen, sicherere Arbeitszeiten für Tätigkeiten im Freien sowie Risikoteilung dort, wo Schäden nicht verhindert werden können."

Klimadaten zeigen, dass die Schweiz heute jährlich etwa 10 bis 15 Hitzetage erlebt – definiert als Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 °C. Im Jahr 1990 waren es noch rund fünf Hitzetage pro Jahr. Städte sind dabei besonders betroffen: Sie erwärmen sich tagsüber stärker und kühlen nachts langsamer ab als ländliche Gebiete. Die Temperaturen können dort bis zu 6 °C höher liegen als im Umland. Anhaltende Hitzeperioden und Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 °C sinken, erschweren sowohl die Abkühlung von Gebäuden als auch die Erholung der Bevölkerung.

Die Auswirkungen auf den Menschen sind weniger sichtbar als beschädigte Gebäude oder überflutete Keller, können jedoch erheblich sein. Extreme Hitze erhöht das Risiko von Hitzschlägen, Dehydrierung, Herz-Kreislauf-Belastungen sowie der Verschärfung von Atemwegserkrankungen – insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Die europäische Hitzewelle des Jahres 2003 führte in der Schweiz zu einem Anstieg der Sterblichkeit um rund 1,5% und verdeutlicht, wie schnell Hitze die Gesundheit beeinträchtigen und das Gesundheitswesen belasten kann.

Hitze verändert zudem bekannte Naturgefahrenrisiken. Überschwemmungen bleiben das wichtigste versicherte Naturkatastrophenrisiko der Schweiz. Sie verursachen gemäss Daten des Swiss Re Institute rund 60% der durchschnittlichen jährlichen versicherten und exponierungsbereinigten Schäden. Nach längeren Hitzeperioden können ausgetrocknete Böden Wasser schlechter aufnehmen, wodurch bei Starkniederschlägen die Gefahr von Sturzfluten steigt. Dürreperioden machen Nutzpflanzen anfälliger für Hagelschäden, während steigende Temperaturen und das Auftauen des Permafrosts alpine Hänge destabilisieren können. Der Fels- und Eissturz von Blatten im Mai 2025 verursachte einen versicherten Schaden von 320 Millionen CHF und zeigt exemplarisch, wie langfristige klimatische Veränderungen bereits heute die Risikolandschaft schwerer Schadenereignisse beeinflussen.

*Lokales Handeln entscheidet über die Hitzeresilienz*

Die Schweiz verfügt bereits über wichtige Grundlagen für den Umgang mit Hitze, darunter Hitzewarnsysteme, städtische Hitzeindikatoren und Schutzmassnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Da viele Wohngebäude, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Arbeitsplätze ursprünglich für kühlere klimatische Bedingungen konzipiert wurden, muss die Anpassung vor allem auf lokaler Ebene erfolgen – unter Einbezug von Gemeinden, Gesundheitsdiensten, Infrastrukturbetreibern, Notfallteams und weiteren Akteuren.

In zahlreichen Gemeinden werden bereits Anpassungsmassnahmen umgesetzt: durch eine klimaangepasste Raumplanung, die Neugestaltung öffentlicher Räume, mehr Schatten- und Wasserflächen, entsiegelte Böden sowie eine hitzebewusste Stadtentwicklung. Der Schweizer Resilienz-Tag, den Swiss Re am 26. Juni 2026 im Centre for Global Dialogue in Rüschlikon veranstaltet, hat zum Thema, wie lokale Massnahmen und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen die Widerstandsfähigkeit gegenüber extremer Hitze stärken können.

Die Veranstaltung ist Teil der Initiative «Resiliente Schweiz» von Swiss Re. Sie bringt Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Kantonen, der Bundesverwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft sowie der Erst- und Rückversicherungsbranche zusammen, um das Verständnis von Risiken zu vertiefen, die lokale Umsetzung von Anpassungsmassnahmen zu fördern und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure im Umgang mit extremer Hitze zu stärken.


^[1] Die Schweiz im Klimawandel: Rasches Handeln bietet viele Vorteile. Akademie der Naturwissenschaften Schweiz, 2026.


*So erhalten Sie diese **sigma**-Studie: *

Diese Ausgabe der sigma insights 06/2026, "Hitze in der Schweiz: wie wir uns auf eine heissere Zukunft vorbereiten", steht in elektronischer Form zur Verfügung. Sie können diese hier herunterladen.
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