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Sonderermittler zum Berliner Terroranschlag: "Es gab grobe Fehler"

Quelle: euronews (auf Deutsch) - LĂ€nge: 01:19s - Veröffentlicht: < > Embed
Video: Sonderermittler zum Berliner Terroranschlag:

Zehn Monate nach dem islamistischen Terroranschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt hat ein Sonderermittler schwere Fehler verschiedener deutscher Polizeibehörden und anderer Stellen festgestellt.

Der frĂŒhere Bundesanwalt Bruno Jost kritisiert in seinem Abschlussbericht fĂŒr den Berliner Senat zu Ermittlungen rund um den AttentĂ€ter Anis Amri besonders die Berliner Kriminalpolizei, aber auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Baden-WĂŒrttemberg.

Amri war als sogenannter islamistischer GefÀhrder bekannt.

Er hÀtte wegen seines Drogenhandels und gefÀlschter Ausweise höchstwahrscheinlich verhaftet und in Untersuchungshaft gesperrt werden können, sagte Jost.

Anschlag in Berlin: Koalition streitet um Opferbeauftragten https://t.co/mp4QEXyNAc pic.twitter.com/8z9tMIF2fH— Berliner Morgenpost (@morgenpost) 4 septembre 2017 Bruno Jost, Sonderermittler: “Es gab hier grobe Fehler und dazu zĂ€hle ich zum Beispiel den Verlauf der Observation und der TKÜ – TelekommunikationsĂŒberwachung -, ich wĂŒrde sagen, es gibt keine mathematische Gewissheit, dass man Amri hĂ€tte festnehmen können und in Haft nehmen können.

Aber es hĂ€tte – wenn alles gut gelaufen wĂ€re – eine reelle Chance gegeben.” So hĂ€tte die Kripo in Berlin Amri im Sommer 2016 viel lĂ€nger observieren mĂŒssen.

Bei einer Festnahme in Friedrichshafen sei «fast alles falsch gemacht worden, was man falsch machen kann»: Die Vernehmung sei oberflÀchlich und nicht an Amris Status als islamistischer GefÀhrder orientiert gewesen.

Die Polizei habe sein Handy nicht beschlagnahmt.

Außerdem hĂ€tte sich sowohl die Kriminalpolizei Berlin als auch die in NRW einschalten mĂŒssen und Amri dort befragen mĂŒssen.

«Es gab eine realistische Chance, ihn dort aus dem Verkehr zu ziehen.» Abschlussbericht: Verheerende Bilanz von Sonderermittler Bruno Jost im Fall #Amri.

#breitscheidplatzhttps://t.co/zRol9p4Gvn pic.twitter.com/e8xyiSOdwm— Der Tagesspiegel (@tagesspiegel) 12 octobre 2017 Das LKA Berlin habe Amri im Februar 2016 kurz festgehalten und sein Handy beschlagnahmt.

Die Daten aus dem Handy seien aber nicht ausgewertet worden, obwohl möglicherweise wichtige Kontakte zu islamistischen UnterstĂŒtzern daraus hervorgegangen wĂ€ren.

Die Zusammenarbeit der Drogenfahnder und der Terrorismusexperten sei dabei fehlerhaft gewesen und die Ergebnisse entsprechend schlecht.

Auch die Generalstaatsanwaltschaft hĂ€tte da «ein Auge drauf haben mĂŒssen».

Jost betonte: «Da lag wirklich einiges im Argen.» Nach dem Anschlag wurde schnell die IdentitÀt des TÀters bekannt.

Der Berliner Senat verlangte vom LKA Informationen ĂŒber Amri.

In dieser sogenannten FĂŒhrungsinformation vom 22.

Dezember 2016 seien von einem der Autoren die Fakten ĂŒber das Ausmaß von Amris Drogenhandel «absichtlich verschwiegen» worden, wie Jost festhielt.

BERLINS INNENSENATOR FORDERT BUNDESTAGS-UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) forderte einen Untersuchungsausschuss des Bundestags zu dem Terroranschlag.

Die Fehler vor dem Anschlag seien lĂ€nderĂŒbergreifend und auch auf Bundesebene begangen worden, sagte er zur BegrĂŒndung.

Auch die Rolle des Gemeinsamen Terrorabwehrzentrums von Bund und LĂ€ndern (GTAZ) und des Bundeskriminalamts (BKA) mĂŒsse hinterfragt werden.

Am 19.

Dezember war der Tunesier Amri mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast, elf Personen wurden getötet, den Fahrer des Wagens hatte Amri zuvor schon ermordet.

Amri wurde vier Tage spÀter von der italienischen Polizei bei Mailand erschossen.

Su mit dpa



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