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Daimler-HV: Bekenntnis zu Diesel und freiem Welthandel

Quelle: Euronews German - LĂ€nge: 00:59s - Veröffentlicht: < > Embed
Video: Daimler-HV: Bekenntnis zu Diesel und freiem Welthandel

Die Skandale um manipulierte Abgastests und Kartellabsprachen jagen vielen Daimler-AktionĂ€ren Angst vor kĂŒnftigen Milliardenlasten ein.

Anleger machten auf der Hauptversammlung die ungeklĂ€rten VorwĂŒrfe zu Abgasmanipulation und Kartellen mit dafĂŒr verantwortlich, dass der Aktienkurs nicht vom Fleck kommt - trotz Rekordgewinns (vorZinsen und Steuern) von 14,7 Milliarden Euro (+14%).

Die Liste der Rechtsrisiken bei Daimler wird immer lĂ€nger und gemahnt an das Diesel-Debakel beim Volkswagen-Konzern, der als Urheber des Skandals seit 2015 schon mit fast 26 Milliarden Euro bĂŒĂŸen musste.

Strafverfolger und Umweltbehörden in Deutschland und den USA hegen auch bei Daimler den Verdacht, Stickoxid-Grenzwerte dank Softwaremanipulation nur auf dem PrĂŒfstand eingehalten zu haben.

Schadenersatzklagen stapeln sich.

Die Stuttgarter waren außerdem an fragwĂŒrdigen Abgastests mit Affen beteiligt.

Nach der Strafe fĂŒr das Lkw-Kartell zeigte Daimler sich bei der EU selbst an wegen langjĂ€hriger Markt- und Technikabsprachen in der deutschen Autoindustrie.

“Kartelle, Affentests - was kommt eigentlich als nĂ€chstes?”, fragte Marc TĂŒngler, Chef der Deutschen Schutzvereinigung fĂŒr Wertpapierbesitz.

“Das alles drĂŒckt und belastet den Kurs und auch die Stimmung.” Was der neue GroßaktionĂ€r Li Shufu, GrĂŒnder des chinesischen Autokonzerns Geely (10%, auf einen Schlag grĂ¶ĂŸter EinzelaktionĂ€r) vermutlich gut fand: Daimler-Chef Dieter Zetsche bekannte sich nicht nur zum Diesel (“Den Diesel gerade jetzt abzuschaffen, wĂ€re aus ökonomischen wie ökologischen GrĂŒnden ein großer Fehler”), sondern auch nachdrĂŒcklich zum freien Welthandel.

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG: “Als Unternehmen mĂŒssen wir uns auf politische Rahmenbedingungen einstellen.

Gleichzeitig treten wir aus Überzeugung fĂŒr freien Handel ein.

Mehr als 119.000 Menschen arbeiten außerhalb von Deutschland fĂŒr Daimler.

Faire und freie MĂ€rkte sind auch im Interesse dieser Kolleginnen und Kollegen.“ Zetsche kĂŒndigte den Bau neuer Werke in Polen, Ungarn, Russland und China an.

Dass der Kurs des Dax-Papiers schon lange mit rund 70 Euro weit unter dem Höchststand von knapp 109 Euro von 1998 dĂŒmpelt, liegt Finanzvorstand Bodo Uebber zufolge auch an einer Unterbewertung der Autoindustrie, die in einem kostspieligen epochalen Umbruch stecke - vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antrieben, von FahrzeugverkĂ€ufern zu MobilitĂ€tsdienstleistern mit Autos, die selbst fahren und jederzeit via Internet viele Services bieten.

Su mit dpa, Reuters



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