Kiew, 26.05.20: Sechs Jahre ist Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew.
Mit ihm kam 2014 frischer Wind in die Politik der Stadt.
Aber auch unter Klitschko muss sich die Stadtverwaltung nachsagen lassen, von korrupten Beamten geführt zu werden.
Und er hat den mächtigsten Mann des Landes als Gegner.
Präsident Wolodymyr Selenskyj wollte ihn längst aus dem politischen Ring gestoßen haben.
Doch Klitschko hält sich - und setzt sich in der Corona-Krise immer wieder in Szene.
Bereits Ende Februar verkündete Klitschko, dass sieben Krankenhäuser für die Aufnahme von Corona-Patienten vorbereitet seien.
Er besuchte demonstrativ eine Infektionsklinik, filmte selbst mit seinem Handy, fragte Patienten, wie es ihnen gehe.
Während die Friseursalons landesweit geschlossen waren, drehte Klitschko ein Video, wie er sich im Spiegel selbst die Haare schneidet, wäscht und föhnt.
Doch nicht jeder in Kiew lässt sich davon beeindrucken.
Viele Menschen haben schlichtweg andere Sorgen.
Die Stadt erstickte täglich im Stau, weil die Metro Mitte März stillgelegt und der Nahverkehr eingeschränkt wurde.
Am Montag gab Klitschko den Betrieb wieder frei.
Dem Zweimetermann haben seine Aktivitäten kaum genutzt, aber auch nicht geschadet.
Trotz Skandalen um seine Beziehungen zur sogenannten «Baumafia», liegen seine Umfragewerte seit Jahren zwischen 30 und 40 Prozent.
Und er hat gute Chancen, bei der Wahl im Herbst im Amt zu bleiben.