Ockholm/Dagebüll, 30.11.20: Der Ornithologe Martin Kühn hat in diesen Tagen oft einen traurigen Job: er sammelt tote Vögel entlang des Deiches in Dagebüll ein.
Denn seit Ende Oktober sterben viele Wildvögel an Schleswig-Holsteins Westküste an der Geflügelpest.
Verbreitet wird das Virus unter anderem durch Kot und andere Ausscheidungen der Tiere.
Wenn beispielsweise Greifvögel oder Möwen an den Kadavern fressen, kann das Virus übertragen werden.
Daher sammeln Nationalpark-Ranger wie Kühn die Kadaver schnellstmöglich ein.
Seit Ausbruch der Geflügelpest in Schleswig-Holstein Ende Oktober wurden nach Angaben des LKN rund 10 200 tote und sterbende Vögel gefunden.
Es kommten täglich neue dazu, aber: O-TON Martin Kühn, Ornithologe «Generell muss man aber sagen, dass zumindest auf diesem Abschnitt hier, den ich regelmäßig kontrolliere in den letzten Tagen der Fund von frisch verstorbenen Vögeln klar abgenommen hat.
Trotzdem ist noch kein Zeitpunkt für Entwarnung.
Da kann jeden Moment was neu aufbrechen, vielleicht nicht bei uns.
Vielleicht im Binnenland.» Das Einsammeln der Kadaver ist eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Es bestehen zwar nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts keine Hinweise darauf, dass die aktuell nachgewiesenen Geflügelpesterreger der Subtypen H5N8 und H5N5 auf den Menschen übertragen werden können.
Es geht aber bei den Schutzmaßnahmen auch darum, Infektionsketten zu unterbrechen und den Erreger nicht unbemerkt in Hausgeflügelbestände zu tragen.