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EU will transparentere Arbeitsbedingungen schaffen

Quelle: Euronews German - L√§nge: 08:16s - Ver√∂ffentlicht: < > Embed
Video: EU will transparentere Arbeitsbedingungen schaffen

Wussten Sie, dass eine von vier Stellen in Europa jetzt ein Teilzeitjob oder Auftragsarbeit ohne garantierte Arbeitszeiten ist?

Das hei√üt, dass viele von uns nicht wissen, wann und f√ľr wie lange wir arbeiten werden.

Doch es wird neue Regelungen geben, die diesen Veränderungen unseres Arbeitsalltags Rechnung tragen.

Dadurch könnte rund 2-3 Millionen Menschen - von Chauffeueren bis hin zu Hausangestellten und Menschen mit Kurzverträgen auf diese Weise geholfen werden.

F√ľr insgesamt 200 Millionen Europ√§er k√∂nnte es transparentere Arbeitsbedingungen geben, von einigen Ausnahmen f√ľr Selbstst√§ndige und Geringbesch√§ftigte abgesehen.

Warum m√ľssen die derzeitig g√ľltigen Regelungen √ľberhaupt √ľberholt werden?

Die Bedingungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt haben sich seit der Finanzkrise verändert und neue oft prekäre und unvorhersehbare Arbeitsbedingungen geschaffen.

Fanny Gauret berichtet dar√ľber aus Spanien.

In Barcelona arbeitet Miriam Feu f√ľr eine internationale Organisation, die soziale- und Wiedereingliederungsdienste anbietet.

Sie hat gerade eine lokale Studie zu prekären Beschäftigungsverhältnissen veröffentlicht.

Laut Miriam dauern mehr als ein Viertel aller Verträge heutzutage eine Woche oder weniger: " Wir befinden uns in einer Situation, in der uns Leute aufsuchen, obwohl sie eine Arbeit haben.

Das sind Menschen, die ohne Vertrag arbeiten.

Oder die einen Vertrag mit einer extrem kurzen Arbeitsdauer haben.

Oder Menschen, die ungewollt Teilzeit arbeiten oder sogenannte 'Scheinselbständige' sind."

Diese Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen - mit geringen Gehältern bis hin zu Verträgen auf Abruf, sind Teil von mehr als 1 Million neuen Arbeitsplätzen, die seit der letzten spanischen Arbeitsreform im Jahr 2012 geschaffen wurden.

Prekäre Arbeitsverhältnisse in Spanien In Europa steht Spanien an zweiter Stelle, wenn es um befristete Arbeitsverträge geht.

So wie Mariano, der sich seit mehreren Jahren mit befristeten Vertr√§gen √ľber Wasser h√§lt.

Inzwischen hat er einen regelm√§√üigen Arbeitgeber gefunden, lebt aber noch immer in Unsicherheit: "Ich arbeite seit 9 Monaten hier, aber es stimmt schon, dass es m√ľhsam ist, da ich jeden Monat einen neuen Vertrag bekomme.

Bis zum Ende des Vertrags, am letzten Tag des Vertrags bis zu letzten Minute weiß ich nicht, ob ich im nächsten Monat noch arbeite."

Mariano hat Hilfe bei der Caritas gefunden.

F√ľr Las Kellys ist Geschlossenheit St√§rke.

Heute präsentiert diese Vereinigung von Zimmermädchen einen preisgekrönten Kurzfilm, der schwierige Arbeitsbedingungen zeigt.

Die Arbeitnehmerinnen unterst√ľtzen sich gegenseitig, um mehr Stabilit√§t und Anerkennung zu bekommen.

Silvia Carri√≥ Amat ist Zimmerm√§dchen und Mitglied bei "Las Kellys": "Manchmal schlie√üen sie Reinigungsvertr√§ge ab, die g√ľnstiger sind als Zimmerm√§dchen.

Sie k√ľmmern sich um 30 oder 35 Zimmer und nicht wie die Zimmerm√§dchen um 25.

Sie bekommen 1,50 Euro oder 2,50 Euro."

Ein Problem mit dem Arbeitnehmer und Firmen in Europa konfrontiert sind: Wie kann man ein Gleichgewicht zwischen einem flexiblen Arbeitsmarkt und dem Arbeitnehmerschutz finden?

N√ļria Gilgado arbeitet f√ľr UGT:¬† "Etwas falsch zu machen, kostet den Arbeitgeber nicht viel, eine kleine b√ľrokratische Strafe, die nicht viel Geld kostet.

Wenn wir einen regulatorischen Rahmen h√§tten, mit den gleichen, homogenen Bedingungen f√ľr alle, w√ľrde das auch die Wettbewerbsf√§higkeit der Unternehmen regulieren, die keine Arbeitsbedingungen oder L√∂hne vermarkten k√∂nnten."

Ein Hut als Symbol f√ľr Sicherheit Euronews: "Ich m√∂chte herausfinden, wie Unternehmen und Arbeitnehmer die Spielregeln mit den vorgeschlagenen neuen Regeln harmonisieren k√∂nnten ... wer k√∂nnte das besser erkl√§ren als Enrique Calvet Chambon, der f√ľr das Europ√§ische Parlament die Schutzbestimmungen koordiniert.

Herr Calvet Chambon, Sie sollten uns ein Objekt mitbringen, das symbolisiert, was Menschen in prekären Jobs auf dem heutigen Arbeitsmarkt brauchen.

Was haben Sie uns mitgebracht?"

Chambon: "Ich habe einen Hut mitgebracht.

Denn er ist nat√ľrlich ein Symbol f√ľr Sicherheit.

H√ľte sch√ľtzen das Gehirn und die Seele.

Wir m√ľssen mehr f√ľr den Schutz der Arbeiternehmer, jeglicher Arbeitnehmer, und auch f√ľr den Schutz ihrer W√ľrde einsetzen."

Euronews: Stichwort "W√ľrde": Lassen Sie uns unsere Zuschauer √ľber die neuen Regelungen, die wir gleich diskutieren werden, informieren.

Was sehen die vorgeschlagenen Regelungen vor?

Die vorgeschlagenen Regelungen sehen vor, dass die EU basierend auf dem Urteil des Europ√§ischen Gerichtshofs definiert, welche Menschen als Arbeitnehmer gelten, zum Vorteil f√ľr 2-3 Millionen Arbeitskr√§fte f√ľr Online-Plattformen und solche mit Null-Stunden-Vertr√§gen, die durch derzeitige Regelungen nicht gesch√ľtzt sind.

Wenn sie von den Mitgliedstaaten angenommen werden, h√§tten zwischen 5 und 31 Millionen Menschen das Recht, von ihrem ersten Arbeitstag an schriftlich oder per E-Mail Auskunft √ľber ihre Arbeitszeiten zu erhalten.

4 bis 6 Millionen Arbeitnehmer könnten dadurch neue Mindestrechte erwerben: Zum Beispiel zu wissen, welche Stunden sie arbeiten werden.

Probezeiten w√ľrden nicht l√§nger als 6 Monate sein.

Arbeitnehmer h√§tten das Recht, auch f√ľr andere Arbeitgeber t√§tig zu sein und k√∂nnten stabilere Besch√§ftigungsverh√§ltnisse fordern, und eine schriftliche Antwort von Arbeitgebern erhalten.

Und schließlich - das Recht auf geforderte Weiterbildungen, ohne dass die Kosten vom Gehalt des Arbeiternehmers abgezogen werden.

Wie tragen die neuen Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmer in nicht-standardmäßigen Beschäftigungsverhältnissen bei?

Euronews: Wie w√ľrden sie einen Arbeitnehmer definieren, denn es scheint gro√üe Diskussionen zu diesem Thema zu geben?

Chambon: "Diese Diskussion sollte vor allem Menschen helfen, die keinem standardmäßigen Arbeitsverhältnis stehen, als in Kurzzeit oder auf Abruf, usw."

Euronews: Wie trägt der Hut zum Schutz dieser Menschen bei?

Chambon: "Stellen Sie sich vor, wir behalten diesen Null-Stunden-Vertrag.

Wenigstens kann nicht von ihnen verlangen, dass wie Festangestellte behandelt werden.

Sie m√ľssen eine Vorstellung haben, welche Arbeitsstunden es sein w√ľrden."

Euronews: Das bringt uns zu einem interessanten Punkt, ob die Unternehmen mitspielen werden.

Denn sie beschweren sich, dass es noch mehr B√ľrokratie geben wird es und auf h√∂here Kosten hinausl√§uft.

Chambon:  Nun, sie verteidigen ihre Position.

Euronews:  Sie sind die Arbeitgeber.

Chambon: "Ja, sie sind die Arbeitgeber.

Nat√ľrlich werden sie an ihrem Ende des Seils ziehen und sagen, dass es zu teuer ist.

Der Demokratie wurde schon immer nachgesagt, dass sie das teuerste System der Welt ist.

Es hat nachweislich mehr Vorteile als alle anderen Systeme hervorgebracht.

F√ľr KMUs, ich kann nicht vorhersagen, ob sie mit einbezogen werden, aber ihre Schwierigkeiten und ihre Bed√ľrfnisse werden ber√ľcksichtigt.

F√ľr gro√üe Firmen, sind diese Kosten...nein, es ist lediglich eine Aktualisierung dessen, was sie schon tun."

Euronews:¬† Wie schaffen Sie gleiche Wettbewerbsbedingungen - um sicherzustellen, dass die Arbeitnehmer am Ende des Tages gesch√ľtzt sind?

Chambon: "Als erstes muss man die Grundrechte klar aufs Papier bringen, damit es kein Chaos gibt.

Zweitens m√ľssen wir diese Regeln verbessern und durchsetzen.

Dabei spielen die Gewerkschaften und Aufsichtsbehörden eine entscheidende Rolle.

Drittens kommt es auf die Verhandlungsf√ľhrung an- der soziale Dialog f√ľr diese neuen Sektoren sollte verbessert werden.

Es ist ein langer Prozess - ich erwarte nicht so viele Unterschiede zwischen Ost und West.

Vielleicht zwischen Norden und S√ľden, weil die Arbeitsm√§rkte sehr unterschiedlich sind.

Das Rolle der Gewerkschaften ist ebenfalls sehr unterschiedlich."

Vielen Dank f√ľr Ihre Erl√§uterungen und dass Sie bei uns waren.

Schalten Sie das nächste Mal bei Real Economy ein, wenn wir herausfinden wollen, wie es um Europas wirtschaftliche Erholung steht.



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